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Immobilienbericht 2019

  • Auf 43 Seiten gibt der Bericht Einblick in das vielfältige Portfolio des städtischen Fachbereichs Immobilienmanagement.
  • Die aktuelle Bodenknappheit erfordert kreative und wirksame Instrumente, um auch künftig eine städtebauliche Entwicklung zugunsten des Allgemeinwohls gewährleisten zu können.
  • Fachbereichsleiter Christoph Kemperdick: „Mit dem Spielraum an Handlungsmöglichkeiten, die zum Beispiel Wohnraumschutzsatzung, Quotenbeschluss, Konzeptvergaben und das ‚Aachener Modell‘ uns geben, ist die Verwaltung gut aufgestellt und können wir optimistisch in die Zukunft blicken“

Jetzt liegt der Immobilienbericht 2019 vor und gibt unter dem Titel „Tivoli… alles rund“ auf 43 Seiten einen Einblick in das vielfältige Portfolio des städtischen Fachbereichs Immobilienmanagement. Es ist ein Arbeitsbericht, der Ideen, Tätigkeiten und Ergebnisse des Fachbereichs vorstellt und erläutert. Einige Projekte, wie beispielsweise die Realisierung des Wohngebiets Tivoli an der Krefelder Straße, stehen kurz vor Abschluss, andere Vorhaben, insbesondere die Entwicklung des Altstadtquartiers Büchel, stehen erst bevor und werden das Erscheinungsbild der Stadt Aachen in Zukunft nachhaltig prägen.

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Stellten den Immobilienbericht 2019 vor: (v.l.n.r.) Andera Gadeib, Volker Schulze Schwanebrügger (Teamkoordinator Strategisches Immobilienmanagement), Norbert Plum (Bürgermeister und Vorsitzender des Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses), Christoph Kemperdick (Leiter Fachbereich Immobilienmanagement), Gerd Bussen (stellvertretender Leiter des Fachbereichs Immobilienmanagement) sowie Volker Gadeib. Copyright © Stadt Aachen/ Heike Lachmann

Neuausrichtung im Umgang mit städtischen Baugrundstücken
Der aktuelle Geschäftsbericht wurde am heutigen Donnerstag (18. Juli) im Haus Matthey von Bürgermeister Norbert Plum, Vorsitzender des städtischen Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses, Christoph Kemperdick, Leiter des Fachbereichs Immobilienmanagement, Stellvertreter Gerd Bussen und Volker Schulze-Schwanebrügger, Teamkoordinator Strategisches Immobilienmanagement, vorgestellt. Der Fokus des Berichts liegt diesmal nicht - wie in den vergangenen Jahren - auf den städtischen An- und Verkäufen, sondern auf einer grundlegenden Neuausrichtung im Umgang mit städtischen Baugrundstücken. Das knappe Gut „Boden“ erfordert nämlich aktuell kreative und wirksame Instrumente, um auch künftig eine städtebauliche Entwicklung zugunsten des Allgemeinwohls gewährleisten zu können.

Spekulativem Leerstand vorbeugen
Die Frage nach Wohn- und Gewerbeflächen ist wie in den Vorjahren unverändert hoch - und die Nachfrage nach Grundstücken übertrifft dabei das Angebot um ein Vielfaches. „Grundstücke sind heute meist Spekulationsobjekte geworden. Verkaufspreise steigen an und machen vor allem das sozial-orientierte Wohnen immer teurer. Umso wichtiger ist es, auch solche Grundstücke zu erwerben, die aufgrund fehlender Erschließung oder fehlendem Bebauungsplan noch gar nicht bebaubar sind “, erklärte Christoph Kemperdick. Und weiter: „Der Stadt muss es gelingen, wieder Einfluss auf strategisch wichtige und baulich interessante Flächen zu erlangen – um überhöhten Kaufpreisen und spekulativem Leerstand vorzubeugen.“ Er betonte, dass die Liegenschaftspolitik in der Stadt entsprechend neu ausgerichtet werden müsse.

Zweckentfremdung von Wohnraum verhindern
Um in Aachen eine solche erfolgreiche Bodenbewirtschaftung zu realisieren, hat der federführende Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration unter Mithilfe des städtische Immobilienmanagements und weiteren städtischen Fachbereichen verschiedene politische Beschlüsse erwirkt, die der Verwaltung Handlungsmöglichkeiten geben, sich den Herausforderungen des aktuellen Immobilienmarkts zu stellen. So verpflichtet der angepasste Quotenbeschluss zum Beispiel Bauträger - je nach Bedarfslag und sozialer Quartiersstruktur - bei Neubauvorhaben 40 Prozent ihrer Wohnungen öffentlich gefördert zu realisieren. Die erst kürzlich im Rat verabschiedete Wohnraumschutzsatzung soll dagegen eine Zweckentfremdung von Wohnraum durch Leerstände und touristische Nutzung unterbinden und ist ebenfalls eine wichtige Basis für die kommunale Wohnraumstrategie.

Die so genannte Konzeptvergabe ist ein weiteres Instrument der nachhaltigen Flächenentwicklung, bei dem nicht mehr das Höchstgebot, sondern das jeweilige Konzept der Interessenten von großer Bedeutung für die Grundstücksvergabe ist. 

Damit einher geht auch das Thema „Bauen und Wohnen in Gemeinschaft“, bei dem die Bauherren nicht als Einzelpersonen auftreten, sondern in der Gemeinschaft, um beispielsweise als genossenschaftliche Wohngruppe
ein Bauprojekt gemeinsam zu verwirklichen, aus dem letztlich eine solidarische Nachbarschaft erwachsen soll.

Das „Aachener Modell“
Das „Aachener Modell zur kommunalen Wohnungsbauförderung“ ist schließlich ein kombiniertes Modell aus Vergabe in Erbpacht und Gewährung von Förderbeiträgen zur Schaffung und Sicherung von preiswertem Wohnraum auf städtischen Grundstücken. In diesem Modell werden städtische Grundstücke für Mehrfamilienhäuser nur noch im Weg des Erbbaurechts und für eine Dauer von 35 bis 45 Jahren an Bauwillige vergeben. Den Bauherren wird gleichzeitig die Verpflichtung auferlegt, auf dem Grundstück öffentlich geförderte Wohnungen zu errichten und deren Vermietung für die volle Laufzeit des Erbbaurechts zu den Bedingungen des geförderten Wohnungsbaus vorzunehmen. Gleichzeitig werden die höheren Kosten eines Erbbaugrundstücks durch eine kommunale Förderung für die gesamte Laufzeit des Erbbaurechts ausgeglichen.

Norbert Plum: „Wir verkaufen unser Tafelsilber nicht.“

„Wir halten dieses Instrument für ein sehr sinnvolles, um gemeinsam mit den anderen Instrumenten zur Wohnbaulandmobilisierung die dringend benötigte Entwicklung neuer Wohnbauflächen in Aachen zu stimulieren“, sagte Bürgermeister Norbert Plum. Weiter unterstrich er: „Wir erhoffen uns mit diesem Modell eine gewissen Dämpfung des Marktes.“ Der Vorsitzende des städtischen Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses schmunzelt: „Damit verkaufen wir unser Tafelsilber eben nicht, sondern behalten es für uns.“

Auch mit Andera und Volker Gadeib, den Investoren des Hauses Mattey, in dessen Gartensaal das heutige Pressegespräch stattfand, wurde ein Erbbaurechtsvertrag abgeschlossen. Nach erfolgter Sanierung wird ihr Marktforschungsunternehmen Dialego bereits Ende des ersten Quartals 2020 in die klassizistische Bürgervilla einziehen.

„Aufgrund der Knappheit an Boden ist ein Umdenken im Umgang mit städtischen Grundstücken zwingend geboten. Das stellt uns vor große Herausforderungen“, betonte noch einmal Fachbereichsleiter Christoph Kemperdick und resümierte: „Mit dem Spielraum an Handlungsmöglichkeiten, die dieses Instrumentarium uns gibt, ist die Verwaltung jedoch gut aufgestellt und können wir optimistisch in die Zukunft schauen.“

Weitere Informationen finden Sie im aktuellen Immobilienbericht 2019 unter www.aachen.de/immobilienbericht.

Herausgegeben am 18.07.2019 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Presse und Marketing
Bernd Büttgens
Markt 39
52062 Aachen
fon: 0241/432-1309
fax: 0241/28-121
mail: presse.marketing@mail.aachen.de

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