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Das Archivale des Monats August 2018...

  • … zeigt das offizielle Festbuch des „Internationalen Gesang- und Harmonie-Wettstreits“ in Aachen aus dem Jahr 1883.
  • Die teilnehmenden Chöre kamen aus Aachen, Köln und Bonn sowie den Niederlanden und Belgien
  • Am Abschlusstag fand im Krönungssaal des Rathauses die eigentliche Preisverleihung statt, an die sich ein festliches Abendessen im Kurhaus anschloss.
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Das Archivale des Monats August 2018, das offiziellen Festbuch des „Internationalen Gesang- und Harmonie-Wettstreits“ in Aachen aus dem Jahr 1883. Copyright © Stadt Aachen / Timo Pappert

Das Aachener Stadtarchiv zeigt aus seinen Magazinen regelmäßig interessante Stücke als Archivale des Monats. Die Archivale mit einem kurzen Begleittext wird entsprechend in einem Schaukasten im Foyer des Stadtarchivs am Reichsweg sowie digital auf der Homepage des Archivs präsentiert. Die Archivale des Monats August 2018 zeigt das offiziellen Festbuch des „Internationalen Gesang- und Harmonie-Wettstreits“ in Aachen aus dem Jahr 1883.

Ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges
Die alle zwei Jahre im Sommer stattfindende Chorbiennale lockte in den vergangenen Jahren zahlreiche Chormusik-Begeisterte nach Aachen. Die Wenigsten dürften aber gewusst haben, dass bereits vor 135 Jahren, vom 25. bis 28. August 1883, ein großes Chor- und Musik-Event in Aachen stattfand. Der "Internationale Gesang- und Harmonie-Wettstreit", veranstaltet vom Aachener Kur-Verein mit breiter Unterstützung durch die Stadt Aachen, war ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges. Details dazu erfährt man aus dem in einem Nachlass im Stadtarchiv Aachen erhalten gebliebenen offiziellen Festbuch. Es stellt auf 152 Seiten das Programm der Veranstaltung in Deutsch und Französisch vor.

Das Fest-Comité unter Vorsitz von Oberbürgermeister Ludwig von Weise setzte sich aus führenden Persönlichkeiten aus Verwaltung, Stadtrat, Kulturleben und Wirtschaft zusammen. Die Jury für den Wettstreit war mit 26 Personen als Preisrichtern besetzt, vor allem mit Musikdirektoren aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland. Unter ihnen waren bekannte Namen wie Professor Fritz Wenigmann aus Aachen und Professor Dr. Franz Wüllner, Hof-Kapellmeister aus Dresden.

Die Bürger wurden aufgefordert, Straßen und Häuser festlich zu schmücken
Jeder Chor musste während des Wettstreits ein Stück freier Wahl und ein vorgegebenes Werk vortragen, die teilnehmenden Musikkorps jeweils zwei Stücke freier Wahl. Für jede Teilnehmergruppe standen maximal 20 Minuten Aufführungszeit zur Verfügung. Im Festbuch werden alle teilnehmenden Chöre mit den Nachnamen aller Mitwirkenden aufgelistet, wobei die Stärke der Chöre zwischen 27 und 165 Mitwirkenden variierte. Die Chöre, insbesondere Männergesangsvereine, kamen nicht nur aus Aachen, Köln und Bonn, sondern auch aus Dison, Ougrée, Brüssel, Amsterdam, Rheydt, Erkelenz, Süchteln, Malmedy, Montegnée, Heusy, Dolhain, Juslenville, Tongern, Valkenburg, Verviers, Lüttich, Chênée, Mecheln und Witten, also aus Belgien und den Niederlanden. Die Bürger der Stadt wurden per Zeitungsanzeige durch den Oberbürgermeister aufgefordert, die Straßen und Häuser festlich zu schmücken.

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(v.l.n.r.) Harald Nickoll, Leiter der städtischen Musikschule, Angelika Pauels, stellvertretende Leiterin des Aachener Stadtarchivs und Stadtarchiv-Leiter Dr. René Rohrkamp präsentieren die Archivale des Monats August 2018. Copyright © Stadt Aachen / Timo Pappert

Großer Festumzug von der Marienthaler Kaserne bis zum Markt
Am Samstag, 25. August 1883, wurden die ankommenden Vereine zunächst von ihren Gastbetreuern empfangen und zu ihren Hotels und Unterkünften gebracht. Abends fand zum Auftakt ein Empfangsfest in den Räumen des Thalia-Theaters statt. Der Sonntag begann im späten Vormittag mit einem großen Festumzug von der Marienthaler Kaserne in der Franzstraße in einer großen Schleife durch die Stadt bis hin zum Markt, wo die Teilnehmer am Rathaus von den Behördenvertretern offiziell begrüßt wurden. Am Festzug nahmen außer den Chören, Männergesangvereinen und etwa zehn Musikkorps auch zahlreiche andere Aachener Vereine wie die Karlsschützen, diverse Turnvereine und eine Gruppe der Gesellschaft „Eule“ in historischen Gewändern aus der Zeit Karls des Großen teil. Ab dem Mittag fanden dann in Bernarts Saison-Theater, im Kurhaus, im Saal der Erholungsgesellschaft, im Karlshaus, im Thalia-Theater und im Stadttheater die verschiedenen Wettbewerbe statt. Abends feierte man bei einer "großen Réunion" – also bei einem Treffen am Elisenbrunnen mit Illumination und Feuerwerk.

Frühstück mit Matinee auf dem Lousberg
Am nächsten Tag folgten weitere Wettbewerbsrunden und die Besichtigung verschiedener Aachener Sehenswürdigkeiten. Der Abend endete mit einer Festvorstellung in Bernarts Theater und anschließendem geselligen Beisammensein. Am letzten Tag wurde die Veranstaltung durch ein Frühstück mit Matinee auf dem Lousberg sowie einem Konzert der preisgekrönten Chöre im öffentlichen Teil abgeschlossen. Nachmittags fand im Krönungssaal des Rathauses dann die eigentliche Preisverleihung statt, an die sich ein festliches Abendessen im Kurhaus als krönender Abschluss anschloss.

Dieses Musikereignis war demnach schon vor 135 Jahren für unzählige musikbegeisterte Menschen ein besonderes Sommer-Erlebnis in Aachen – vier Tage voll Musik und Begegnung über die Landesgrenzen hinweg.

Herausgegeben am 31.07.2018 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Presse und Marketing
Bernd Büttgens
Markt 39
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fon: 0241/432-1309
fax: 0241/28-121
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