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Aachener Kunstpreis

  • Nach Hinweisen folgten Recherchen zu Raads Haltung zur israelkritischen Bewegung BDS. Vorwürfe kann der Künstler nach einer Anfrage des Aachener Oberbürgermeisters Philipp nicht entkräften.
  • Stadt Aachen zieht sich in diesem Jahr aus dem Aachener Kunstpreis, den sie bislang in Kooperation mit den „Freunden des Ludwig Forums“ und der Aachener Wirtschaft verliehen hat, zurück.
  • Der Bundestag und der Landtag NRW haben in parlamentarischen Beschlüssen die BDS-Bewegung als antisemitisch eingeschätzt, weil sie im Kern das Existenzrecht des Staates Israel in Frage stellt oder negiert.

Die Stadt Aachen wird sich aus der für den kommenden Monat geplanten Verleihung des Aachener Kunstpreises 2018 an den libanesisch-amerikanischen Künstler Walid Raad zurückziehen.

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp erklärte heute (30. September), dass die Stadt Aachen Hinweise erhalten habe, dass Raad der israelkritischen Organisation BDS („Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“) nahestehe. „Wir müssen nach entsprechenden Recherchen davon ausgehen, dass der designierte Preisträger Anhänger der BDS-Bewegung ist und mehrfach an Maßnahmen zum kulturellen Boykott Israels beteiligt war“, so Philipp. Im Rahmen der Sorgfaltspflicht habe die Kulturverwaltung die im Mai dieses Jahres eingegangenen Hinweise überprüft.

Der Preis ist eine Stiftung der „Freunde des Ludwig Forums für Internationale Kunst e. V.“ und wird ermöglicht durch eine Kooperation mit der Stadt Aachen und der Aachener Wirtschaft. Im August 2018 wurde das Votum der Jury für die Verleihung des Aachener Kunstpreises 2018 an Walid Raad verkündet.

Nachfrage bei Walid Raad und eine ausweichende Antwort
Nach einem Gespräch des Oberbürgermeisters mit Vertretern der Kulturverwaltung und einer Vertreterin des Vorstands des Vereins der Freunde des Ludwig Forums Anfang September wurde es als sinnvoll angesehen, den designierten Preisträger zu seiner Einstellung zum BDS selbst zu befragen. In einem Schreiben vom 23. September bat der Oberbürgermeister Walid Raad unter Hinweis auf den Umstand, dass sowohl der Deutsche Bundestag als auch der Landtag Nordrhein-Westfalen die BDS-Bewegung als antisemitisch einstufen, um eine Klärung seiner Position zu dieser Bewegung.

Raads Antwort sei nicht nur ausweichend, so Philipp, sie dürfe als „mokant und süffisant“ empfunden werden. Der Ernsthaftigkeit des Themas werde die Antwort in keiner Weise gerecht. Der Oberbürgermeister: „Für uns bleibt, dass der Künstler eine Unterstützung der BDS-Bewegung nicht ausräumt.“

Rückzug der Stadt aus dem Kunstpreis 2018
Die Konsequenz der Stadt Aachen ist der Rückzug aus dem Aachener Kunstpreis in diesem Jahr. Die entsprechende Information haben die Freunde des Ludwig Forums erhalten. Ihnen wurde auch mitgeteilt, dass eine eventuell doch durch sie ausgetragene Preisverleihung an Walid Raad nicht in städtischen Gebäuden stattfinden darf.

Der Bundestag und der Landtag NRW haben in parlamentarischen Beschlüssen die BDS-Bewegung als antisemitisch eingeschätzt, weil sie im Kern das Existenzrecht des Staates Israel in Frage stellt oder negiert. Die Differenz zwischen der Position, die mit übergroßer Mehrheit (Bundestag) bzw. einstimmig (Landtag) in beiden Parlamenten formuliert wurde (und die auch mit wesentlichen Ergebnissen der Antisemitismus-Forschung übereinstimmt), und dem, was der designierte Preisträger nach vorliegenden Recherchen unterzeichnete und mehrfach forderte, ist unübersehbar.

Oberbürgermeister Philipp bringt es so auf den Punkt: „Kann die Stadt Aachen – ausgerechnet im Ludwig Forum für Internationale Kunst – einen Künstler auszeichnen, der sich angesichts entsprechender Fragen und Aufforderungen nicht vom BDS distanziert und sich somit gegen künstlerischen und kulturellen Austausch stellt? Unserer Auffassung nach kann diese Frage nur mit einem klaren Nein beantwortet werden.“

Herausgegeben am 30.09.2019 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Presse und Marketing
Bernd Büttgens
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