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Städtebauliches Konzept für das Gesamtgebiet

Im Jahr 2005 wurde für das Areal ein städtebauliches und freiraumplanerisches Konzept (Spengler - Wiescholek, Hamburg, Lützow 7, Berlin) als Rahmenplanung für das Gesamtgebiet erarbeitet und vom Rat der Stadt Aachen verabschiedet. Der erste Bauabschnitt des Projektes befindet sich aktuell in der Planungsphase.

Übersichtsplan (c) Spengeler Wiescholek

Der sanft fallende Nordhang, auf dem das neue Stadtquartier entstehen soll, wird annähernd parallel zu den Höhenlinien durch Straßen und Baustrukturen entwickelt. Senkrecht hierzu angeordnete "grüne Fenster" gliedern die kompakte Bebauung und geben den Blick in die Landschaft frei. Die geplante Bebauung orientiert sich im Süden im Bereich des Vetschauer Weges an der dort vorherrschenden geringeren Dichte der bestehenden Bebauung. An der Horbacher Straße als zentrale Verkehrsachse soll verdichtete Bebauung mit Mehrfamilienhäusern entstehen, ebenso an der geplanten Haupterschließungsstraße/Ortsumgehung im nordöstlichen Bereich. Diese soll einen „Brückenschlag“ von der Horbacher Straße durch das Gebiet Richtericher Dell, über die Bahnlinie Aachen-Mönchengladbach bis hin zur Roermonder Straße bilden (Verkehr). Damit soll zusätzlicher Verkehr von der bestehenden Ortsdurchfahrt Alt-Richterich weitestgehend ferngehalten werden.

Das Grundelement des städtebaulichen Konzeptes sind einzelne Baufelder als so genannte „Cluster“. Diese baulichen Einheiten mit jeweils ca. 30 bis 45 Wohneinheiten bilden überschaubare und kleinteilige Nachbarschaften. Unterschiedliche Wohn- und Gebäudeformen können verwirklicht werden. So wird es eine zwei- bis dreistöckige Häusergruppe geben, die sich um einen gemeinsamen Grünhof anordnet. In einem solchen geschützten innenliegenden Bereich können Kinder spielen, es bilden sich Generationen- oder Nachbarschaftstreffpunkte heraus. Die aufeinander abgestimmte Mischung von verschiedenen Haustypen schafft eine Vielfalt bei gleichzeitigem Erhalt einer hohen architektonischen Qualität.

Die Baufelder sind über vielfältige Freiraumbeziehungen miteinander und mit dem bestehenden Wohngebiet vernetzt. Räumliche Abwechslung entsteht durch das Nebeneinander unterschiedlicher „Cluster“ im Zusammenspiel mit der Ausprägung der öffentlichen und privaten Freiräume.

Baumalleen und die „grünen Fenster“ bilden das Gerüst, welches die Landschaft mit der Stadt verbindet. In Abfolge von bebauter Struktur und Freiflächen – insbesondere im Sinne der „grünen Fenster“ – werden Raumfolgen geschaffen, die im Spiel zwischen Enge und Weite großzügige landschaftliche Bezüge ermöglichen. In den „grünen Fenstern“ sollen Spielmöglichkeiten für verschiedene Altersgruppen entstehen. Ein Netz von Fußwegen verknüpft die einzelnen „Cluster“ und Grünbereiche.

Das Freiraumkonzept für Richtericher Dell weist insgesamt eine Kombination von Grünflächen sowohl unterschiedlicher Dimension als auch Qualität auf. Der Freiraum gliedert sich in private, den Wohngebäuden zugeordnete Bereiche, die kleinteiligen, halböffentlichen Freiräume innerhalb der „Cluster“/Nachbarschaften sowie den öffentlichen Raum der „grünen Fenster“.

Um den Landschaftsraum erlebbar zu machen und der Gefahr einer voranschreitenden Zersiedelung entgegenzuwirken, verzahnt die Bebauung sich nicht mit diesem, sondern entwickelt eine spannungsvoll betonte Kante zur Landschaft. Diese wird im nordöstlichen Planungsgebiet durch eine dort angeordnete offene Wasserfläche noch gestärkt.

Bereits der städtebauliche Masterplan von 2005 befasste sich mit der integrierten Betrachtung der umweltrelevanten Aspekte, indem ein „Masterplan Wasser“ mit der städtebaulichen Betrachtung verknüpft wurde. Er zeigt die Möglichkeiten für einen offensiven Umgang mit dem Niederschlagswasser auf und stellt die planerische Konzeption für die Entwässerung dar. Damit werden auch Handlungsansätze aufgezeigt, wie der Abfluss von Niederschlagswasser über das Mischwasserkanalnetz möglichst gering gehalten werden kann.

Die Rahmenplanung beinhaltet neben der Schaffung von Wohnfolge- und Infrastruktureinrichtungen für Alt-Richterich und Richtericher Dell unterschiedliche Wohnungsbau-Typologien. In Mehrfamilienhäusern sollen ca. 250 Wohneinheiten entstehen, in Reihen- und Kettenhäusern ca. 400 Wohneinheiten und in Einzel- und Doppelhäusern ca. 220 Wohneinheiten.

Der Masterplan bildet mit seinen Bau- und Grünstrukturen sowie dem Straßen- und Wegenetz den Rahmen für die Weiterentwicklung von Richterich.