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Planung für den ersten Bauabschnitt

Das Büro Spengler - Wiescholek, Hamburg, wurde im Dezember 2011 mit der Weiterentwicklung der städtebaulichen Planung beauftragt. Auf Grundlage des städtebaulichen Masterplans aus dem Jahr 2005/2006 wurde die städtebauliche Konzeption für den ersten Bauabschnitt westlich der Horbacher Straße überarbeitet.

1. Bauabschnitt Abgrenzung

Im Vordergrund stand die Modifizierung unter energetischen und klimatischen Gesichtspunkten. Dabei wurden Aspekte wie die Verschattung, Geschossigkeit, Kompaktheit und Ausrichtung der Baukörper / Solargewinnfassaden untersucht und optimiert. Weiterhin galt besonderes Augenmerk den geplanten Wohn-/Gebäudetypen.

Der städtebauliche Entwurf hält in seiner überarbeiteten Fassung für den ersten Entwicklungsabschnitt an den wesentlichen Elementen des städtebaulichen Masterplans für das Gesamtgebiet fest. Dies sind die „Cluster“ als überschaubare Nachbarschaften, das Grundgerüst der Erschließung sowie die „grünen Fenster“ entlang des Weinweges.

1. Bauabschnitt  (c) Spengler Wiescholek

Das Konzept weist eine große Bandbreite von Haustypen auf, um den Ansprüchen unterschiedlicher Zielgruppen nach verschiedenen Wohnformen gerecht zu werden. Vorgesehen sind freistehende Einfamilienhäuser, unterschiedliche Doppelhaus-Typen, verschiedene Arten von Reihenhäusern (z.T. mit Staffelgeschoss, „Drive-in-Häuser“), Winkelhofhäuser sowie Mehrfamilienhäuser. Die Gebäude haben überwiegend 2-3 Geschosse, vereinzelte Gebäudeteile sollen mit nur einem Geschoss ausgeführt werden.

Als Übergang zur bestehenden Bebauung am Vetschauer Weg sind im südlichen Bereich überwiegend Einzel-/ Doppelhäuser vorgesehen.

Im östlichen Bereich des ersten Bauabschnittes sind an der Horbacher Straße Mehrfamilienhäuser geplant. An der Horbacher Straße entsteht ein zentraler Platz des Viertels. In dem Gebäude am Quartiersplatz sind im Erdgeschoss Läden (optional) und weitere Dienstleistungsnutzungen vorgesehen. In den geplanten Mehrfamilienhäusern an der Horbacher Straße sind Wohnungen zwischen 60-110 m² möglich.

An dieser zentralen Anlaufstelle ist im städtebaulichen Konzept eine Fläche für Carsharing/Elektromobilität (Ladestation) vorgesehen.

Die Planung für den ersten Bauabschnitt umfasst 188 Wohneinheiten sowie den Standort einer Kindertagesstätte.

In den städtebaulichen Entwurf wurde eine Südorientierung der Gebäude integriert, um solare Gewinne zu ermöglichen und die Fassaden als „Wärmefänger“ zu nutzen. Bei der Erschließung der Gebäude wurde besonders berücksichtigt, dass dadurch die solare Nutzung nicht negativ beeinträchtigt oder eingeschränkt wird. Um eine Verschattung zu reduzieren, wurden die Gebäudekörper an einigen Stellen zurückgenommen.

Die in einzelnen „Clustern“ entstehenden Blockinnenbereiche sollen als Gemeinschaftsflächen für das jeweilige Baufeld dienen. In diesen Innenhöfen sollen Angebote zum wohnungsnahen Spielen für Kinder geschaffen oder Flächen für andere gemeinschaftliche Nutzungen vorgehalten werden.

1. Bauabschnitt Visualisierung (c) Spengler Wiescholek

Die „grünen Fenster“ in die Landschaft als öffentliche Freiräume dienen nicht nur der Erholung oder sorgen für Frischluft im Viertel, sie sollen darüber hinaus dazu genutzt werden, um anfallendes Regenwasser von den Baufeldern und Straßen oberflächennah zu versickern. Die Entwässerung soll in offenen Rinnen erfolgen. Begrünte Dächer tragen ebenfalls zur Wasserrückhaltung bei. Rund die Hälfte des jährlichen Niederschlags verdunstet auf diese Weise wieder, dadurch werden Bäche – wie in Richterich der Amstelbach –, Entwässerungs- und Kläranlagen entlastet. Sie verbessern das Stadtklima, weil Staub und Schadstoffe aus der Luft gefiltert werden. Sie bilden zudem Lebensräume für Pflanzen und Tiere.

1. Bauabschnitt Visualisierung (c) Spengler Wiescholek

In den Grünflächen werden Spielmöglichkeiten geschaffen, die sich an verschiedene Altersgruppen richten. Die Grünflächen sowohl für die neuen und als auch die alten Bewohnerinnen und Bewohner im Stadtteil Richterich.

Den Wohneinheiten sind jeweils ein privater Stellplatz auf dem Grundstück sowie 0,8 öffentliche Stellplätze zugeordnet. Für einzelne Reihenhaus-Typen sieht der ursprünglich städtebauliche Entwurf private Stellplätze im Bereich des öffentlichen Straßenraums vor. Die Lage und Anordnung dieser Stellplätze wird mit der Überarbeitung des Planes derzeit überprüft. Für die Mehrfamilienhäuser sowie für den Reihenhaus-Typ mit Haupt-/Nebenhaus sind Tiefgaragen geplant. Bei den „Drive-in-Häusern“ und Winkelhofhäusern ist eine Garage ins Gebäude integriert.

Um eine Verschattung der Gebäude im zeitlich später geplanten, nördlich liegenden Abschnitt zu vermeiden, soll es in beiden Straßen in Ost-West-Richtung nur eine einseitige Baumreihe auf der südlichen Straßenseite geben. Auf der südlichen Straßenseite der beiden in Ost-West-Richtung verlaufenden Anliegerstraßen sind Stellplätze in Senkrechtaufstellung angeordnet. In den beiden Wohnwegen in Nord-Süd-Richtung sind Stellplätze in Längsaufstellung – gegliedert durch Bäume – vorgesehen.

Für die Entwicklung des 1. Bauabschnittes wird derzeit der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt (Verfahrensstand). Mit dem Bebauungsplanverfahren wird der städtebauliche Entwurf in eine Satzung, d.h. Ortsrecht für die Bebauung in diesem Gebiet überführt. Auf Grundlage der vorliegenden Planung für den 1. Bauabschnitt hat im Januar 2013 die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung stattgefunden.

Informationen zu Bebauungsplan und Flächennutzungsplan siehe "Weiterführendes" in der rechten Spalte