Inhalt



Gemeinsam in meinem Quartier

Den Anfang hat die gewoge AG gemacht und die denkmalgeschützen „Talbothäuser“ direkt an der Jülicher Straße saniert. Die ursprünglich sehr kleinen Wohnungen wurden nach hinten vergrößert und mit modernen Bädern ausgestattet, so dass mit den rückwärtigen Neubauergänzungen insgesamt 61 attraktive Wohnungen entstanden sind. Gleich hinter dem ehemaligen Werkswohnungsbau aus den 1920er Jahren hat die gewoge AG vier Neubauten mit 36 Wohneinheiten und einer Tiefgarage errichtet, die bis Ende 2018 nach und nach bezogen werden können. 70% dieser Wohneinheiten sind öffentlich gefördert.

Südlich der Baustraße Burggrafenstraße liegen  weitere brachliegende Grundstücke der gewoge AG und die Flächen der ehemaligen Kleingartenanlage „Burggrafenstraße“ der Stadt Aachen. Der Planungsausschuss der Stadt Aachen hat für diesen Südbereich Burggrafenstraße nach intensiven Beratungen eine besondere Quartiersentwicklung beschlossen. Anstatt der Öffentlichkeit fertige Bebauungsentwürfe vorzulegen, sollten Anwohner und Anwohnerinnen und potentielle Bewohner und Bewohnerinnen bei der Erarbeitung eines städtebaulichen Entwurfes von Anfang an mitwirken können. Ziel war, durch die frühzeitige Einbindung  eine hohe Identifikation der zukünftigen Bewohner und Bewohnerinnen mit dem neuen Quartier zu erreichen. Zukünftige Nutzer und Nutzerinnen, die hier zwischen Jülicher Straße und der Wurm wohnen und leben möchten, hatten somit die Chance, ihre Ideen und Wünsche frühzeitig einzubringen und ein Wohnumfeld mitzugestalten, für das sie sich auch in Zukunft gerne verantwortlich fühlen.

Erfahrungen anderer Städte haben darüber hinaus gezeigt, dass insbesondere Bau- und Wohngruppen die Nutzungsbedürfnisse besser erfassen und in kreative Konzepte für die Nutzung und Gestaltung ihrer Projekte umsetzen. Durch diese Prozesse entstehen lebendige und stabile Nachbarschaften mit einem gemeinwohlorientierten Ansatz, der eine Ausstrahlung in das umliegende Quartier entfaltet. Genossenschaftliche Wohnformen tragen zudem zu bezahlbaren Mieten bei und fördern die Eigenverantwortung sowie die Selbstverwaltung der Bewohner.  Daher sollten als ein wichtiges Element der Quartiersentwicklung im Südbereich Burggrafenstraße auch gezielt Bau- und Wohngruppen von Beginn an in die Planung eingebunden  und zur Umsetzung ihrer Ideen und Konzepte auf den städtischen Flächen motiviert werden. Ergänzt werden die alternativen Wohnkonzepte mit dem klassischen Wohnungsbau, den die gewoge AG dort anbieten wird, um somit eine bunte Mischung des Quartiers zu erreichen.

In einer öffentlichen Auftaktveranstaltung am 26.Juni 2017 im Depot, Talstraße konnten Anwohner und Anwohnerinnen und Bauinteressenten und Bauinteressentinnen sich darüber informieren, was zwischen Jülicher Straße und Burggrafenstraße bereits geplant ist und wie sie sich für den Südbereich der Burggrafenstraße einbringen  bzw. Grundstücke erwerben können. In dem Quartier lebende Menschen und neu Hinzukommende konnten sich kennenlernen und erste Erwartungen austauschen. In zwei Ideenwerkstätten  an je einem Samstag im Juli und September 2017 - wurde dann mit allen Teilnehmern ein städtebauliches Konzept erarbeitet.

Das in den Ideenwerkstätten erstellte Planungskonzept ist die Grundlage für den erforderlichen Bebauungsplan. Der Entwurf wird derzeit erarbeitet, die Offenlage ist für Ende Dezember geplant. Parallel zum Bebauungsplan wird von der Stadt Aachen ein Vergabeverfahren entwickelt, bei dem nicht der Meistbietende zum Zuge kommen soll, sondern das interessanteste Wohnkonzept ausschlaggebend sein wird. Kriterien, wie ein generationsübergreifendes Belegungskonzept, ein offenes Gemeinschaftsprinzip sowie quartiersbezogene Maßnahmen ökologische Bauweisen, ein nachhaltiges Mobilitätskonzept und / oder andere innovative Ansätze werden bei der Vergabe eine wesentliche Rolle spielen.

Wohnen im Aachener Norden wird immer interessanter, auch durch neue Wege in der Planung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Ideenwerkstätten haben die erstmalige Chance genutzt, ihr Quartier gemeinsam zu planen. Nun geht es mit der Umsetzung des Planungsrechts und der Entwicklung eines Vergabekonzeptes in die Konkretisierungsphase.

Der Quartiersprozess wird von einer Arbeitsgruppe aus der Verwaltung der Stadt Aachen gemanagt. Milan Anton und Claudia Bosseler vom Fachbereich Wohnen Soziales und Integration, Christiane Schwarz und Angelika Hildersperger vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen und Thomas Gass vom Fachbereich Immobilienmanagement sind bei Fragen ansprechbar.

Informationen zum Prozess finden Sie hier in der rechten Spalte oder rufen Sie uns an!