Inhalt



Rahmenplanung, Städtebauförderung

Markt mit Brander Stier Im Februar 2009 war es nach knapp einem Jahr Arbeit endlich so weit: der Planungsausschuss der Stadt Aachen hat den Rahmenplan für Brand einstimmig beschlossen.

Zwei Wochen vorher hatte Prof. Rudolf Scheuvens vom Planungsbüro scheuvens+wachten aus Dortmund den von seinem Büro erarbeiteten Rahmenplan der Bezirksvertretung präsentiert und sich gemeinsam mit der Verwaltung den Fragen der Politiker gestellt. Als Ausnahme vom formellen Ablauf einer gewöhnlichen Bezirksvertretungssitzung hatten hier auch Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, zu dem Plan Fragen zu stellen.

Mit dem Rahmenplan hat der Stadtbezirk Brand jetzt eine Entwicklungsperspektive für die kommenden Jahre mit einem ambitionierten Bündel an Maßnahmen, für deren Realisierung Politik, Verwaltung und auch die Bürgerschaft sich gemeinsam einsetzen müssen.

Die Handlungsfelder im Überblick:

  1. Mitte etablieren und Nahversorgungszentrum ausbauen
  2. Wohnen im grünen Stadtbezirk
  3. Gewerbe strukturieren
  4. Freiräume qualifizieren
  5. Verkehre lenken

Hintergrund

SchwarzplanDer Stadtbezirk Brand ist mit knapp 17.000 Einwohnern der nach Einwohnern zweitgrößte Stadtbezirk Aachens. Durch mehrere Siedlungserweiterungen, vor allem durch die Entwicklung des „Brander Felds“, ist der Stadtbezirk in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen. So sind auch die ehemals räumlich voneinander getrennten Ortschaften Brand, Niederforstbach, Rollef und Freund immer stärker zusammengewachsen, während Krauthausen nach wie vor durch das Indetal von den anderen Ortschaften getrennt ist. Die Lage in der Nähe der Aachener Innenstadt, an der BAB 44 sowie am hochwertigen Freiraum des Eifel-Vorlandes trägt zur Attraktivität des Stadtbezirks für Alt- und Neubürger bei. Brand nimmt eine so genannte mittelzentrale Funktion für den Aachener Süden ein. Geschäfte für Güter des täglichen und des mittelfristigen Bedarfs sowie verschiedene Dienstleistungsangebote sind in Brand vorhanden, räumlich konzentriert auf den Bereich der Trierer Straße zwischen Heussstraße und Josefsallee sowie den Brander Markt.

Weitere Informationen über Brand (Geschichte, Bezirksvertretung, Bezirksamt, Institutionen und Vereine) auf der Seite des Stadtbezirks.

Warum eine Rahmenplanung?

Plan PerspektivenwerkstattSchon seit längerer Zeit ist die Umgestaltung des Brander Marktplatzes im Gespräch. Bauliche Gestaltung, Nutzungsmöglichkeiten, Parkmöglichkeiten und baulicher Zustand standen in der Kritik oder sind teilweise nicht mehr zeitgemäß. In der Brander Bezirksvertretung wurde deshalb im Jahre 2007 ein fraktionsübergreifender Antrag gestellt, nach dem eine Planung für den Marktplatz mit einer Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger gefordert wurde. Der Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen hat in enger Abstimmung mit dem Bezirksamt Brand dieses Anliegen aufgegriffen und vorgeschlagen, die Umgestaltung des Marktplatzes in eine allgemeine Rahmenplanung für den gesamten Stadtbezirk einzubinden. Im Februar 2008 wurde die Verwaltung durch die Bezirksvertretung Brand und den Planungsausschuss der Stadt Aachen beauftragt, das Büro scheuvens + wachten aus Dortmund mit dieser Planung zu betrauen.

Der Brander Ortskern steht im Mittelpunkt der Überlegung: Gute Bedingungen für den Einzelhandel werden auf der formellen Ebene durch Regelungen in der Bauleitplanung geschaffen, mit deren Hilfe eine Verlagerung von Angeboten auf die "grüne Wiese" vermieden werden soll (Zentrenkonzept), vor allem aber muss die Attraktivität des Brander Ortskerns gestärkt werden. Dies soll durch eine Aufwertung des öffentlichen Raums, insbesondere der Umgestaltung des Marktplatzes sowie verschiedener Straßenräume, und durch die Entwicklung eines Parkraumkonzepts erreicht werden.

Außerdem wird neben der Umsetzung der baulichen Maßnahmen in weiteren Handlungsschritten auch die Stärkung des Standortes `Brand´ als Teil der strategischen Stadtentwicklung in Form eines `Stadtteilmarketings´ angestrebt.

Handlungserfordernisse bestehen aber auch außerhalb des Ortskerns. Diese sind in eine integrierte Planung einzubinden. Deutlich geworden sind diese unter anderem im Leitkonzept für Aachen, in dessen Erarbeitungsprozess auch eine „Meinungsplattform“ mit Vertretern der Politik und weiteren Akteuren vor Ort im Februar 2005 durchgeführt worden ist. In den Bereichen „Umwelt/Freiraum“, „Wohnen“, „Soziales“, „Mobilität“, „Gewerbe“, „Handel“, „Wissen und Bildung“ sowie „Urbanität“ wurden Probleme und Zielvorstellungen für Brand diskutiert. Stichworte für Bereiche außerhalb des Ortszentrums sind die Sicherung des Freiraums und seine Nutzung durch Rad- und Fußwege, die Konzentrierung der Siedlungsentwicklung auf den Innenbereich oder neue Alteneinrichtungen.

Die Erstellung eines integrierten Handlungskonzepts ist die Voraussetzung, um Städtebaufördermitteln beantragen zu können. Die umgesetzten Projekte der Rahmenplanung wurden mit Fördermitteln von bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten durch die Städtebauförderung bezuschusst.