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Aachener Bäche sichtbar und erlebbar machen

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Anlass und Zielsetzung

Aachens Gründung und Entwicklung, insbesondere die gewerblich-industrielle Entwicklung und der (Bäder-)Tourismus, wurden maßgeblich durch die heißen Quellen und die Bäche beeinflusst. Die Rolle des Wassers als identitätsstiftendes Element ist deshalb eine feste Größe in der Aachener Stadtentwicklung und die Offenlegung der seit Mitte des 19. Jahrhunderts verrohrt unterhalb der Innenstadt hindurchfließenden Bäche seit vielen Jahren Zielsetzung der Aachener Stadtentwicklung. Die teilweise Offenlegung eines Aachener Baches und damit die Sichtbar- und Erlebbarkeit von Wasser im öffentlichen Raum ist bisher nur für den Johannisbach im Bereich des Lindenplatzes und weiter in der Straße „Annuntiatenbach“ gelungen. Die 1999 realisierte Bachoffenlegung wird von vielen Menschen als sehr positiv empfunden.

Mit dem Innenstadtkonzept 2022 wurde mit Blick auf die städtebauliche Erneuerung die Erarbeitung eines Konzeptes zur Freilegung der Aachener Bäche beschlossen (siehe Innenstadtkonzept 2022, S. 99).

Inhaltliche Zielsetzungen sind vor allem:

  • Bäche und Quellen sichtbar und erlebbar machen,
  • Aufenthaltsqualität erhöhen,
  • Wasser als stadträumlichen Standortfaktor nutzen,
  • Aspekte der Aachener Geschichte lesbar machen,
  • Mikroklima verbessern (u. a. Stichwort: Klimafolgeanpassung in Stadträumen).

   

Sachstand und Umsetzung

Mit der Erarbeitung des Konzeptes für den Untersuchungsraum Aachen-Innenstadt wurde Ende 2016 das Ingenieurbüro Berg & Partner GmbH in Zusammenarbeit mit dem Büro archigraphus GbR beauftragt.

Wesentliche Ergebnisse der Machbarkeitsstudie „Aachener Bäche sichtbar und erlebbar machen“ sind

  1. Die Entwicklung eines langfristigen Leitkonzeptes zum Potential offener Bachabschnitte in der Aachener Kernstadt. Übergeordnete Idee des Leitkonzeptes ist es, eine wiedererkennbare, an den Bachläufen orientierte Folge von attraktiven Orten und Straßenzügen mit offenen Bachrinnen und / oder Wasserspielen zu schaffen. Damit würde das identitätsstiftende Element (Bach-)Wasser im Aachener Stadtbild vielerorts sichtbar und erlebbar, es wäre wieder im (geschichtlichen) Bewusstsein der Aachener Bürgerinnen und Bürger verankert und kann insbesondere bei aktuellen und zukünftigen Planungen zu einer qualitätsvollen Belebung des öffentlichen Raumes beitragen.
  2. Die Erarbeitung mittel- und kurzfristig umsetzbarer Möglichkeiten der Sichtbar- und Erlebbarmachung einzelner Bachabschnitte im Verlauf des bereits teilweise offengelegten Johannisbachs, der Pau und beim Paubachkanal von der Jakobstraße Richtung Grabenring / Peterstraße.

Erste Bausteine zur kurz- und mittelfristigen Realisierung dieses Ziels wurden für folgende ausgewählte Orte vorgestellt:

Baustein 1: Pau in offenem Gerinne an Klappergasse und Rennbahn

Baustein 2: Pau am Willy-Brandt-Platz

Zwei Varianten:

  • Offenlegung in historischem Kanalbauwerk (Variante 2A)
  • „Topografisches Becken“ (Variante 2B)

Baustein 3: Pau in Wasserrinnen und Bänken am Synagogenplatz

  

Ende 2019 wurde die Machbarkeitsstudie „Aachener Bäche sichtbar und erlebbar machen“ im Planungsausschuss vorgestellt und beschlossen (siehe Dokumente in rechter Spalte). Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz hat das Thema im Februar 2020 beraten.

Die Verwaltung arbeitet nun an der Konkretisierung der Planung hinsichtlich des Bausteins 1 „Pau in offenem Gerinne an Klappergasse und Rennbahn“. Darauf aufbauend wird die Beantragung von Städtebaufördermitteln erfolgen.

  

  

  

Kontakt

Fachbereich Stadtenwicklung und Verkehrsanlagen

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