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Grenzübergang Köpfchen

Der Bereich um den ehemaligen Grenzübergang Köpfchen bietet sehr viele Potenziale, die heute jedoch teilweise nicht optimal genutzt werden:

  • Viele Relikte aus der wechselhaften Grenzgeschichte sind direkt am Grenzübergang oder in seiner Umgebung vorhanden (Westwall, Grenzhäuschen etc.).
  • Die naturräumliche Situation lädt zum Spazieren und Entdecken ein.
  • Mit der Initiative KuKuK (Kunst und Kultur auf Köpfchen) im belgischen Grenzhäuschen sind auch erste Ansätze im Bereich Kunst und Kultur vorhanden.

Köpfchen: Rundweg  Köpfchen: Fußweg  Köpfchen: Lageplan

Leider hat der Wegfall der Grenzkontrollen und der damit verbundene Bedeutungsverlust des ehemaligen deutsch-belgischen Grenzübergangs in Teilbereichen aber auch zu unbefriedigenden Entwicklungen geführt. Ungenutzte Gebäude, teils nicht im besten Zustand, Verkehr, der mit oft überhöhter Geschwindigkeit diesen Ort passiert, Brachflächen und Bauzäune tragen heute dazu bei, dass sich das Gebiet um die beiden Grenzhäuschen nicht optimal präsentiert.

Die Stadt Aachen und die Gemeinde Raeren haben sich daher darauf verständigt, eine Entwicklung anzuschieben, die diesen Negativtrend stoppt und die zahlreich vorhandenen Potentiale nutzt. Das Nutzungsspektrum soll den Bereich Kunst / Kultur / (Grenz-) Geschichte / Natur / Naherholung abdecken.

Eventuelle bauliche Aktivitäten werden sich - auch aus planungs- und naturrechtlichen Gründen - im Wesentlichen auf die heute bereits bebauten bzw. versiegelten Flächen beschränken (müssen). Ziel der Entwicklung ist es, Köpfchen zu einem Ort zu machen, an dem man sich gerne trifft und aufhält, den man als Ausgangspunkt für Wanderungen und Erkundungen in der Gegend nutzt...

Neben der dringend erforderlichen gestalterischen und funktionalen Aufwertung soll hier ein “Entrée” für beide Länder bzw. Kommunen geschaffen werden (“Stadteingang”).

Gemeinsam mit dem renommierten Planungsbüro Jo Coenen wurde ein Konzept erstellt, das diese Ansätze und Potenziale aufgreift und weiterentwickelt, die “Studie mit Köpfchen”. Auf Grundlage dieser Studie erhielt das Projekt das EuRegionale-Label und wurde entsprechend in die Finanzplanung der EuRegionale aufgenommen.

In einer 2. Planungsphase wurde die vorliegende Studie vom Aachener Planungsbüro Dunkel + Korte inArbeitsgemeinschaft mit dem Landschaftsplanungsbüro Planergruppe Oberhausen weiter ausgearbeitet und mit allen Beteiligten abgestimmt. Dazu gehören neben den betroffenen Privateigentümern insbesondere die zuständigen Fachbehörden beider Länder.

Auf dieser Grundlage wurde für die Umsetzung des Projektes auf deutscher Seite ein Förderantrag beim Land NRW eingereicht, die Gemeinde Raeren hat parallel Mittel für die Realisierung bei der Deutschsprachigen Gemeinschaft beantragt. Ebenso sind der Landesbetrieb Straßen NRW sowie das belgische Verkehrsministerium (MET), in deren Zuständigkeit die Straße gehört, in das Projekt eingebunden. Bei beiden wurden eine Kofinanzierung angefragt.

Einen wichtigen Baustein des Projektes bildet die (Wieder-)Nutzbarmachung des deutschen Grenzhäuschens, das sich im Privatbesitz befindet. Mit den Eigentümern werden Gespräche über die Instandsetzung geführt. Der Verein KuKuK hat ein Interesse daran, das Gebäude zusammen mit anderen Beteiligten einer dauerhaften Nutzung zuzuführen. Neben kulturellen Angeboten soll das Nutzungsspektrum auch die Grenzgeschichte, die Waldpädagogik sowie Gastronomie beinhalten. Für den Umbau sollen Fördermittel aus dem NRW-Programm “Initiative ergreifen” eingeworben werden.

Planungskonzept

Der Entwurf für die Umgestaltung umfasst zwei Bereiche:

  • den Straßenraum zwischen Augustinerweg und dem Ende der Bebauung auf belgischer Seite sowie
  • die Ausweisung eines Rundweges beidseitig der Eupener Straße.

Der Weg verläuft ausschließlich auf bereits vorhandenen Wegen, die - zum Teil aufgrund der Ländergrenzen - nicht miteinander vernetzt sind. Die Strecke wurde so gewählt, dass man alle Sehenswürdigkeiten erreicht (alte Landwehr, Zyklopensteine, alte Grenzsteine, Westwall). Neben der Beschilderung des Weges soll auch eine Information über die Sehenswürdigkeiten erfolgen. In diesem Zuge soll ein Teil der alten Landwehr wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt werden.

Die Straßenraumgestaltung konzentriert sich auf den Bereich zwischen den beiden Grenzhäuschen, die durch einen “Steg” für Fußgänger miteinander verbunden werden sollen. Die Fahrbahn soll auf das notwendige Maß reduziert und grenzüberschreitend mit einem einheitlichen Belag versehen werden. Flankierend sind verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer vorgesehen.

Als einzige bauliche Maßnahme soll auf deutscher Seite ein kleiner Aussichtsturm errichtet werden, der es Besuchern ermöglicht, die vielfältigen Strukturen aus der Vogelperspektive zu betrachten. Ein Bau des Turmes genau auf der Grenze - wie ursprünglich vorgesehen - ist leider aus rechtlichen Gründen nicht machbar.

Projektziele

  • Aufwertung des ehemaligen Grenzübergangs Köpfchen
  • Verbesserung der Naherholungsfunktion
  • Einbindung in das grenzüberschreitende Fuß- und Radwegenetz / u.a. im Rahmen des EuRegionale-Projektes Grenzrouten
  • Erhaltung historischer Bausubstanz sowie anderer Relikte aus der Grenzgeschichte
  • Einbindung von Projektpartnern zu den Themen Grenzgeschichte und (Grenz-)Kultur
  • Schaffung von Voraussetzungen für Veranstaltungen in diesen Themenfeldern
  • Verbesserung der Verkehrssituation, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer

Präsentation
Abschlussbericht
Lageplan