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Archäologisches Fenster am Rathaus mit Rathausmodell

Archäologisches Fenster am Rathaus mit Rathausmodell

Erneuerung 2011

Ein neues Arch. Fenster wird zukünftig das karolingische Fundament an dieser Stelle für alle Bürger wieder sichtbar machen.

Fertigstellung Januar 2012:
Am 12. Januar 2012 hat der Lions Club Aachen-Kaiserpfalz das von ihm gespendete Bronzemodell des Aachener Rathauses, angefertigt durch den Erkelenzer Künster Michael Franke, übergeben.
Ab sofort ermöglicht es insbesondere den sehbehinderten MitbürgerInnen und BesucherInnen der Stadt Aachen, sich eine Vorstellung des Rathauses zu machen.

Fenster und Modell 2012 3

Abb.: Modell, gestiftet durch den Lions-Club Aachen-Kaiserpfalz, Archäologisches Fenster,  finanziert durch Landesmittel  Konjunkturprogramm 1:      
Logos Granusturm 534

Freistehend, einige Meter vor der Rathauswand, kann das Modell nun sowohl von kleineren Gruppen umringt, als auch von Rollstuhlfahrern frei umfahren werden. Der Sockel wurde so gestaltet, dass mit einem Rollstuhl möglichst nahe herangefahren werden kann. Die dadurch bedingte schlanke Form des Sockels setzte eine Umsetzung in Metall voraus. Um keinen weiteren Materialwechsel zu verursachen, wurde hier - wie bei dem Archäologischen Fenster, welches im Rahmen der Modellenthüllung ebenfalls eingeweiht wurde - CorTen-Stahl verwendet.

Dieser witterungsbeständige Stahl bildet eine gezielte Rostschicht, die, einmal ausgebildet, den darunter liegenden  Stahl vor Verwitterung schützt. Dieser Baustahl ist sehr langlebig und bedarf keiner weiteren Wartung oder Oberflächenschutzschicht. Noch befindet sich die Rostbildung im vollen Gange und leuchtendem Orange, einmal abgeschlossen, wird der Farbton dunkel und gleichmäßiger.

Mit dem Archäologischen Fenster ermöglicht nun eine gekippte Panzerglas-Scheibe, gerahmt in eine CorTen-Stahl- Konstruktion,  den Blick auf  Teile der karolingischen Grundmauern (weitere Informationen hierzu finden Sie weiter unten im Text.). Die geneigte Fläche erschwert das Abstellen von Gegenständen, sowie das Begehen oder die Ansammlung von Laub oder Abfall.

Für Wartungs- und Reinigungszwecke kann der Rahmen mit speziellen Werkzeugen aufgeklappt werden. Die vertikale Scheibe gibt einige Informationen über die zu sehenden Steine, ohne dabei zusehr in den Vordergrund zu springen und die Wirkung des Rathauses zu beeinträchtigen.

Zurzeit wird die Beleuchtung des Fensters weiter erprobt. Da eine Entspiegelung der 4 cm dicken, angeschnittenen Panzerglasscheibe nicht möglich war, sollte die Sichtbarkeit durch eine ganztägliche Beleuchtung im Inneren ermöglicht werden. Im schrägen Pflaster ist ein Rahmen eingelassen, in dem nun verschiedene Leuchtmittel getestet werden können, die für eine den speziellen Bedingungen bestmögliche Sichtbarkeit geeignet sind.

Fenster und Modell 2012 2


Historie

Auslöser:
Es gab ein Jahrzehnte altes Archäologisches Fenster an der Marktseite des Aachener Rathauses. Es war so unscheinbar, dass es kaum wahrgenommen wurde und zwischenzeitlich alt und verrottet. Im Zusammenhang mit dem Welterbeprojekt wurde es erneuert und „ins rechte Licht“ gerückt.

Als touristische Ergänzung der Information über das Rathaus wurde ein Bronzemodell des Aachener Rathauses aufgestellt, welches auch Menschen mit Sehbehinderung das Begreifen dieses Bauwerkes ermöglichen soll.

Altes Fenster:

bestand

lageplanKenndaten Archäologisches Fenster:
•   Ausführungsstart:  August 2011
•   voraussichtlicher Fertigstellungstermin: September 2011
•   Projektbeteiligte Fenster: Tiefbauarbeiten: Galabau Salber, Fenster-Element: Metallbau Felten, Vertikale Scheibe: Bischhof Eupen
•   Förderung: KPI Programm, Umgestaltung des Aachener Pfalzbezirkes

Kenndaten Rathausmodell:
•   voraussichtlicher Aufstellungtermin:  Anfang 2012
•   Projektbeteiligte Rathausmodell: Michael Franke, Erkelenz
•   Förderung: Lions Club Aachener Kaiserpfalz

 

Geschichtlicher Hintergrund des Archäologischen Fensters:
An der Stelle des heutigen Rathauses stand bis in das Jahr 1330 der Zentralbau der Aachener Pfalz Karls des Großen.

Nur an wenigen Stellen, wie in den hier sichtbaren Grundmauern, hat sich bis heute karolingisches Mauerwerk aus den Jahren um 800 erhalten.
Es besteht aus plattenartiger Grauwacke versetzt in Kalkmörtel. Dieser erhält seine charakteristische rosa Farbe durch das beigemischte Ziegelmehl.
Es wurden auch handwerklich bearbeitete Steine wiederverwendet. In diesem Abschnitt ist das Fragment eines römischen Grabsteines zu sehen.

Konzept:
Der Pflasterbelag des Marktes "knickt" auf einer ca. ein Meter breiten Stelle auf ein tieferes Niveau ab und legt das karolingisches Mauerwerk frei.
Darüber liegt eine geneigte Glasscheibe. Sie wird seitlich von einer aufgefalteten Konstruktion aus CorTen-Stahl gehalten, deren innere Flanken bis auf den abgesenkten Boden hinunter reichen.
An der aufgehenden Rathauswand wird eine punktgehaltene Scheibe mit einem entsprechenden Erläuterungstext angebracht.
In der Schrägen der Pflasterung wird ein LED-Strahler integriert, der die Fundamentreste sowie die Texttafel beleuchtet.

Zeichnungen

Rathausmodell:
Auf Anregung des Rathausvereins Aachen e.V., gestiftet vom Lions Club Aachen Kaiserpfalz wird zum 25-Jährigen Bestehen der Stadt ein Rathausmodell aus Bronze im Maßstab 1:100 geschenkt, das es unter anderem Menschen mit Sehbehinderung ermöglicht, das Rathaus zu erfahren.

Das Modell wird dem Archäologischen Fenster vorgelagert und freistehend sowie voll umfahrbar auf einem CorTen-Stahl-Sockel platziert.

Position am Markt:

Isometrie

 

Logos Granusturm 534

Stand 1. September 2011:
Nach der Reinigung erkennt man die unterschiedlichen Arten der Steine, die verbaut wurden - Grauwacken und Sandsteine, in unterschiedlichen Färbungen und natürlich der Römische Stein im mittleren Bereich. Auch der rosafarbene Mörtel wird sichtbar.
Oben im Photo ist die neue Basaltplatte sichtbar, die an der Stelle der ehemaligen Betoneinfassung das Material der aufgehenden Rathauswand ergänzt.

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Bereits nach der ersten groben Reinigung von Pflanzen und Dreck ist der eingebaute Römische Stein gut zu erkennen. Am Schriftzug "VERIA E.." ist deutlich zu erkennen, das der Stein kopfüber eingebaut wurde. Die Stadtarchäologen untersuchen zurzeit die Bedeutung.

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Stand 17. August 2011: Beginn der Abrissarbeiten
Das alte Fenster samt Betoneinfassung ist demontiert. Die oberen seitlichen Anschlüsse des Betons an das Mauerwerk werden durch den Steinmetz vorsichtig entfernt.

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