Stadt Aachen Gebäudemanagement

|Navigation | Inhalt


Inhalt

Internationales Zeitungmuseum - Umbau zur Station Medien

Internationales Zeitungmuseum - Umbau zur Station Medien

Umbau 2009-2011

Sanierung und Umbau zur "Station Medien"

Fertigstellungsfotos:

IZM Aussen 1 Hinschlaeger
Der Eingangsbereich mit dem fertigen Glasportal (Foto: Peter Hinschläger, Aachen)

Duespohl Aussen 2
Eingangsbereich, hier noch ohne das gläserne Portal.

IZM Aussen 2 Hinschlaeger
Die gesamte Fassade erhielt einen neuen Anstrich. (Foto: Peter Hinschläger, Aachen)

Duespohl Bibliothek
Die Lampen über dem Arbeitstisch in der Bibliothek.

Duespohl Cafe
Das Cafe im Erdgeschoss, gut zu erkennen ist der soweit wie möglich original erhaltene Dielenboden.

IZM Ausstellung a Hinschlaeger

IZM Ausstellung b Hinschlaeger

IZM Ausstellung c Hinschlaeger

IZM Ausstellung d Hinschlaeger

IZM Ausstellung f Hinschlaeger
Die Ausstellung (Foto: Peter Hinschläger, Aachen)

Milleris Aussen
Der Blick die Straße hinauf mit dem neuen Gesicht des Zeitungsmuseums.

Milleris Bibliothek
Die Bibliothek mit dem großen Arbeitstisch.

Milleris Ei
Das Highlight der Ausstellung: Das begehbare "Ei" zeigt im Inneren eine Medieninstallation zum Thema "Reizüberflutung". (Fotos: Algirdas Milleris, Aachen)

_____________________________________________________________________________________

Projektbeschreibung:
Das „Große Haus“ von Aachen, ein unter Denkmalschutz stehendes Wohnhaus aus dem Jahre 1495, wird zur "Station Medien" der Route Charlemagne umgebaut. (Informationen zur >> Station und zur >> Route Charlemagne).

Kenndaten:
•   Umbau: 
Station Medien der Route Charlemagne
•   Ausführungsstart Gesamtmaßnahme: Mai 2009
•   Eröffnung Ausstellung: Juli 2011
•   Fertigstellung der Gesamtmaßnahme: Ende 2011
•   Mittelbedarf: ca. 2.8 Mio € (ohne Ausstellung)
•   Projektbeteiligte: Fischerarchitekten GmbH & Co.KG
•   Förderung: Land und Bund


Informationen zur Baumaßnahme:
Das Gebäude wurde unter denkmalpflegerischen Gesichtpunkten saniert und die räumlichen wie technischen Voraussetzungen für die Ausstellung geschaffen.

Räumlichkeiten Bestand:
Das Gebäude wird von der Pontstraße aus über eine Toreinfahrt betreten. Die Tordurchfahrt und die Wechselausstellung liegen ca. 64 cm unterhalb des restlichen Erdgeschosses.
Zwei Obergeschosse und das Dachgeschoss im Hauptgebäude, sowie das erste Obergeschoss und der historische Dachstuhl im rückwärtigen Anbau werden bisher ausschließlich über ein großes, offenes Treppenhaus erschlossen.

Die Fassade an der Pontstraße besteht aus einer Mischung aus Ziegel und Blausteinmauerwerk, die Hoffassade besteht nur aus Blaustein. Einige Blausteinquader weisen Steinmetzzeichen auf.

Umbau:
Die Umgestaltungsmöglichkeiten des Gebäudes wurden durch die Belange des Denkmalschutzes bestimmt.
Der Toreingang erhielt ein neues Holztor mit integrierten Monitoren.
Die barrierefreie Überwindung der unterschiedlichen Niveaus im EG sowie der einzelnen Geschosse wird zukünftig durch einen Gläsernen Aufzug (Fertigstellung Aufzug voraussichtlich Ende September 2011) im Museumshof gesichert.
Im Erdgeschoss befinden sich neben dem Kassenbereich die Wechselausstellung, die Sanitäranlagen und im neu zu realisierenden Anbau (Fertigstellung voraussichtlich Ende 2011) ein Raum für museumsdidaktische Veranstaltungen. Des Weiteren wurde ein Museumscafé mit Innen- und Außenplätzen eingerichtet.
Die Dauerausstellung liegt im 1.Obergeschoss des Haupthauses und zeigt die Entwicklung der Medien und Medienträger anhand eines Rundganges durch alle fünf Räume. Im Anbau wird auf diesem Geschoss eine Bibliothek eingerichtet.
Die darüberliegenden Geschosse mit Büros, Archiv und Nebenräumen werden durch die Mitarbeiter des Zeitungsmuseums genutzt.

Die Fassaden wurden saniert - die Ziegelflächen neu gestrichen, die Blausteinbereiche gereinigt, repariert und Fehlstellen wurden ergänzt.

Umplanungen aufgrund Archäologischer Funde:
Ursprünglich sollten die Sanitäranlagen in einem neu errichteten Keller im Hofbereich untergebracht werden. Aufgrund von archäologischen Funden im Sommer 2010 musste umgeplant werden.
Die Sanitären Anlagen befinden sich nun im Erdgeschoss des vorhandenen Anbaus und der Museumsdidaktikraum wird in einem neuen Anbau untergebracht.

Interessante Funde:
Die Zuganker, die in der Fassade zwischen den Fenstern zu erkennen sind, sind im Inneren auf Sicht gearbeitet, vertikal zu den Außenfassaden, in der gleichen Richtung der Zuganker wurden unter dem Putz Bögen freigelegt. In der Mitte des ersten Obergeschosses kam eine in die Wand eingemauerte Blausteinsäule zum Vorschein. Aufgrund dieser Funde kann man davon ausgehen, dass zur Erbauung des Gebäudes das erste Obergeschoss noch ein großer, offener Raum war.

Die Blausteinsäule und zwei der Zuganker innerhalb der Türlaibungen sind jetzt noch in bauhistorischen Fenstern sichtbar.

Die Zuganker in der Außenfassade und freigelegt im Bereich der inneren Türlaibungen der Zwischenwände:

Zuganker

Unter dem Putz kamen gemauerte Bögen zum Vorschein:

Bogen in der Wand

Bedeutung der Baubefunde  im 1. und 2. Obergeschoss während der Sanierung:
Die Funde deuten darauf hin, dass der Baukörper entlang der Pontstraße nicht nur Wohnzwecken diente,
sondern vor allem als Handels- und Kontorhaus genutzt wurde.

Das Gebäude besitzt drei etwa gleich große Räume in der Breite entlang der Pontstraße und ist zwei Räume tief. Ursprünglich waren diese Räume in der Tiefe durch große bogenförmige Öffnungen, die in der Gebäudemitte auf Einzelpfeilern ruhten, gegliedert. Zugglieder innerhalb der Bögen nahmen die Horizontallasten von den Außenwänden ab, die als relativ dünne Außenhaut ohne gliedernde Wandpfeiler ausgeführt wurden. (Die heute erkennbaren Trennwände sind Ausmauerungen aus späterer Zeit.)

Die großen Bögen vermittelten im 1. (wahrscheinlich auch im 2.) Obergeschoss den Raumeindruck eines großen durchgängigen Saales. Wenn man sich einen solchen Raum um das Jahr 1500 vorstellt, so muss er wie ein riesiger Saal gewirkt haben. Eine solche Nutzung ist an dieser Stelle aber bei dem Hintergrund des Hausbesitzers nicht zu erwarten. Ein Adelspalast solcher Größe mitten in der Stadt, der nur repräsentativen Zwecken dient, ist wenig wahrscheinlich. Somit kann man sich das Gebäude eher als Firmenzentrale der europaweit agierenden Firma des Schöffen Heinrich Dollart aus Aachen vorstellen.

Die Blausteinsäule vor und nach der Reinigung:

Blausteinsäule

Der historische Dachstuhl:
Die Holzdachkonstruktion des Dachstuhls wurde mittels dendrochronologischer Untersuchungen (Untersuchungen von Holzproben) auf ~ 1668, kurz nach dem Aachener Stadtbrand, datiert.

Bild1 historischer Dachstuhl

Statisch neu erforderliche Hölzer wurden beigelegt und die maroden Fußpunkte mit Stahleinbauten unterstützt, sodass man direkt neu und alt unterscheiden kann. Der Schädlingsbefall des Holzes wurde mit einer Wärmebehandlung bekämpft.

Bild 2 historischer Dachstuhl mit neuen Verstärkungen

Förderer