Die neue Brücke am Tivoli kommt jetzt doch - als CHIO-Brücke / 17.06.2010
An der Krefelder Straße wird eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke nach dem ursprünglich vorgesehenen Entwurf des Architekturbüros Hahn Helten entstehen. „Es ist unter diesen Umständen die optimale Lösung - eine Winwin-Situation für alle Beteiligten“; erläuterte Oberbürgermeister Marcel Philipp am 16. Juni 2010 auf einer Pressekonferenz im Haus Löwenstein. „Wir hatten die Hoffnung, auf eine Brücke vollkommen verzichten zu können“, so der OB weiter. Ein beauftragtes externes Verkehrsbüro sei in einem Gutachten jedoch zum eindeutigen Ergebnis gekommen, dass eine Brücke an dieser Stelle notwendig sei. „An jedem Spieltag, an dem die Brücke nicht steht und nichts passiert, haben wir Glück gehabt“, sagte Philipp. Dies haben auch die Erfahrungen am ersten Heimspieltag der Alemannia und beim Länderspiel gezeigt.

Frank Kempermann, Aachener-Laurensberger Rennverein ALRV, Oberbürgermeister Marcel Philipp, Klaus Pavel, ALRV, Baudezernentin Gisela Nacken und Günter Helten präsentieren die neue Brücke.
Auch die Neuplanung einer einfacheren Variante käme für die Stadt teurer, weil Fördergelder in Höhe von 650.000 Euro wegfallen würden und die bisher schon angefallenen Planungskosten nicht angerechnet werden können. Außerdem hat der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) seine Bereitschaft erklärt, 150.000 Euro zum Bau der repräsentativen Brücke beizusteuern. Sie wird den Namen „CHIO-Brücke“ tragen.

Die Gesamtkosten werden 1,95 Millionen Euro betragen, der politisch beschlossene Kostenrahmen werde dadurch nicht überschritten. „Für den Bau dieser Brücke werden haushaltsrelevante Kosten in Höhe von knapp über 1 Million Euro bei der Stadt bleiben. Das ist günstiger als jede andere Variante“, erklärte Marcel Philipp.
Die Verwaltung hat heute die Ausschreibung in Form einer Festpreis-Ausschreibung wiederholt. Dieses Verfahren ist möglich, wenn der ursprünglich kalkulierte Kostenrahmen um 20 Prozent überschritten und die Ausschreibung aufgehoben wurde. Dies ist im Dezember 2009 geschehen. In vier Wochen werden die entsprechenden Angebote vorliegen. „Wir sind uns sicher, dass wir es schaffen können. Diese Brücke ist um mehrere hunderttausend Euro günstiger als jede andere Variante. Dass sie auch noch die schönste ist, ist ein angenehmer Nebeneffekt“, so Marcel Philipp.
Sowohl beim ALRV als auch bei den beteiligten Planungsbüros ist der Wille groß, die geschwungene Schrägseilbrücke mit einem markanten, 65 Meter hohem Pylon zu verwirklichen. „Wir sehen das Projekt als ein Wahrzeichen für die Stadt Aachen. Für mich ist es eine Skulptur, sie wird überregional Bedeutung erlangen“, erklärte ALRV-Präsident Klaus Pavel. „Die Tragwerksplanung ist sehr innovativ, sie setzt den Besuchern Aachens ein freundliches Signal“, ergänzte Günter Helten vom Architekturbüro Hahn Helten. „Wir haben gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Berg & Partner und dem Statikbüro Heger für die etwas veränderte Neuplanung kostenfrei gearbeitet.“ Die Brücke wird das CHIO-Logo tragen. Auch bei den Bauunternehmen sei ein großes Interesse vorhanden, die Brücke zu verwirklichen, betonte Planungs- und Umweltdezernentin Gisela Nacken.
Technische Daten
- Länge: 108 Meter
- Breite gesamt: ca. 7,50 Meter
- Breite Gehweg: 6 Meter
- Steigung im Mittel: ca. 10 Prozent
- Geländerhöhe: 1,20 Meter
- Höhe über Fahrbahn im lichten: max. 4,70 Meter
- Höhe Pylon: 65 Meter
- Breite/Tiefe Pylon: 1 / 3 Meter
- Höhe des Seilanschlusses: ca. 32,50 Meter
- Seile/Stäbe: 8 Stück