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Aachener Erklärung zu Migration und Integration

"Europa ist eine Gesellschaft aus vielen Sprachen und Kulturen. Die Zugewanderten sind für die europäische Gesellschaft ein wichtiger und integraler Bestandteil. Zu Fragen der Migration und Integration wollen wir eine europaweite Debatte anstoßen, an der sich neben der Politik auch Vertreterinnen und Vertreter aus Gesellschaft, Industrie und Handel, akademischen Einrichtungen, religiösen Institutionen beteiligen", erklärte am 20. November 2007 der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet beim Europatag zu Fragen von Migration und Integration in Aachen. Im Rahmen der gemeinsamen Konferenz des Landes Nordrhein-Westfalen, der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und der Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen verabschiedeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die "Aachener Erklärung zu Migration und Integration" (siehe unten).

"Das weltoffene Aachen ist ein idealer Standort für die Ausrichtung einer solchen Konferenz, mit der wir die europäische Diskussion zur Vorbereitung des Europäischen Jahres des interkulturellen Dialogs 2008 anstoßen wollen", sagte Minister Laschet. Ziel der Konferenz war es, gemeinsam Wege zu finden, wie Zuwanderinnen, Zuwanderer und Gaststaaten ihren interkulturellen Dialog und das gegenseitige Verständnis verbessern können. "Wir wollen einen offenen Dialog und das interkulturelle Verständnis, Toleranz und Respekt fördern", so Laschet weiter.

Gerade vor dem Hintergrund, dass Zuwanderung manchmal auch zu Spannungen führe, sei es wichtig, dass sowohl das Aufnahmeland, als auch die Zuwanderinnen und Zuwanderer bereit seien, über das Stadium des bloßen Zusammenlebens hinaus zu gelangen. Dazu brauche es die Bereitschaft aller gesellschaftlichen Gruppen. Von der Politik über die Wirtschaft, die Wissenschaft, religiöse Einrichtungen bis hin zu Migrantenorganisationen. "Mit der Konferenz haben wir diesen vielschichtigen Dialog weiter in Gang gebracht", so Laschet. "Integration ist kein einseitiger Prozess. Wir brauchen eine Kultur des gegenseitigen Respekts, dabei spielen die Familien und die Eltern von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte eine zentrale Rolle."

In der "Aachener Erklärung zu Migration und Integration" heißt es wörtlich: "In Europa gibt es keinen Platz für Diskriminierung, Intoleranz, Rassismus, Antisemitismus und Islamophobie." Gefordert werden gleiche Teilhaberechte für Zugewanderte. Die Beherrschung der Sprache des Aufnahmelandes sei ebenso wie die Integration in das Arbeitsleben von entscheidender Bedeutung.

"Wir dürfen aber auch die Herkunftsländer nicht aus den Augen verlieren, denn eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Herkunfts- und Aufnahmeländern kann die positiven Wirkungen für Zuwanderung und Integration verstärken", sagte Minister Laschet.

In der "Aachener Erklärung" wird ein "Europäischer Tag für Integration und interkulturelle Toleranz" vorgeschlagen. Der Europarat, die Europäische Union und die Mitgliedstaaten werden gebeten, diesen jährlich durchzuführen.

Wörtlich heißt es dazu: "Es ist von entscheidender Bedeutung, dass junge Menschen und Schulen ebenso wie die Zivilgesellschaft in die Förderung eines toleranten und multikulturellen Europas als Heimat für alle Menschen unabhängig von Hintergrund und Herkunft einbezogen werden. Frieden und Zusammenarbeit in Europa auf der Grundlage gemeinsamer Werte von Gleichheit, Menschenrechten und Demokratie müssen umfassend gefördert werden. Der vorgeschlagene Europäische Tag leistet dafür einen wichtigen Beitrag."

LinkAachener Erklärung zu Migration und Integration (Deutsch)
LinkThe Aachen Declaration on Migration and Integration (Englisch)