Unser Ansatz
Die Lage
23,88% der Aachener Kinder lebten Mitte 2009 in Familien, die Sozialgeld beziehen. Das ist ein im Vergleich mit der Bundesrepublik insgesamt (15,6%) und dem Land NRW (17,2%) deutlich überdurchschnittlicher Anteil. Zwar existiert in der Stadt Aachen bereits eine breite Palette von Bildungsangeboten und Strukturen der Jugendhilfe, nicht alle Kinder und ihre Familien werden davon aber bereits erreicht.

Zeitliche und räumliche Begrenzung von Projekten, aber auch "Reibungsverluste" durch mangelnde Kenntnisse über die Angebote oder unzureichende Verzahnung der Projekte führen dazu, dass die Unterstützung mitunter abreisst oder nicht dort ankommt, wo sie benötigt wird.
Unser Ansatz
Mit Unterstützung des Landschaftsverbandes erfolgt eine systematische Koordination, Vernetzung und auch punktuelle Ergänzung der Aachener Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenschancen von Kindern in armen Familien. Das Konzept soll zunächst konkretisiert werden. Gemeinsam politisch definierte Grobziele werden in greifbare Feinziele ausbuchstabiert. Indikatoren ermöglichen, Stand und Fortschritte bei der Erreichung der Ziele nachzuvollziehen.
Die Maßnahmen werden in ein dreijähriges Konzept aus drei altersgruppenspezifischen Bausteinen eingebettet:
- Kinder bis 2 Jahre (1. Baustein),
- Kinder von 3 bis 6 Jahren (2. Baustein),
- Kinder von 7 bis 10 Jahren (3. Baustein).
Dabei wird die Präventionskette zunächst in einem Pilotgebiet aufgebaut werden. Ausgehend von diesen Erfahrungen soll die Kette im Folgejahr auf die Gesamtstadt ausgeweitet werden. Dieser Transfer soll für die Kinder bis 6 Jahren bereits nach dem ersten Jahr erfolgen, für die 7- bis 10-Jährigen wird die Pilotphase der Präventionskette im 2. Jahr begonnen.
Im Ergebnis soll verhindert werden, dass Kinder "durch die Maschen des Netzes fallen".
Bereits definierte Grobziele:
Jedes Kind in Aachen soll:
- innerhalb und außerhalb des Elternhauses eine vernünftige Mahlzeit erhalten
- sich im Alltag ausreichend bewegen
- starke Eltern haben
- eine helfende Hand erhalten
- seinen Fähigkeiten und Interessen entsprechend Bildung, Kultur und Sprache erleben
- in einer kinderfreundlichen Umgebung aufwachsen
- Eltern haben, die ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können
Beispiel für die Umsetzung
Kinder brauchen ausreichende Bewegung im Alltag (Grobziel). Konkret muss es dafür ausreichende Bewegungsangebote außerhalb der Kindertagesstätten (Kitas) geben (Feinziel). Der genauere Bedarf dafür wird unter anderem mit Blick darauf ermittelt, wieviele Kinder in einem Sportverein sind (Indikator). Alternativen sind Angebote für Eltern-Kind-Turnen im Sozialraum. Dies könnte beispielsweise an einem Nachmittag in der Woche in Grundschulsporthallen organisiert werden (Umsetzung). Ist ein solches Angebot einmal eingerichtet, reißt die "Kette" aber nicht ab – der Blick geht auch darauf, in wie weit das Angebot angenommen wird beziehungsweise welche Kinder noch nicht damit erreicht wurden (Feedback).


