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Kindertagespflege: FAQs für Eltern

Ab wann hat mein Kind Anspruch auf Förderung in der Kindertagespflege?
Von der Vollendung des ersten Lebensjahres bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres.

Gibt es hiervon Ausnahmen?
Ja, wenn die Erziehungsberechtigten

  • einer Erwerbstätigkeit nachgehen, aufnehmen oder arbeitssuchend sind
  • sich in einer beruflichen Bildungsmaßnahme, in der Schulbildung oder Hochschulausbildung befinden
  • Leistungen zur Eingliederung in Arbeit im Sinne des Sozialgesetzbuch – Zweiter Teil – (SGB II) erhalten

oder wenn das Kind das dritte Lebensjahr vollendet hat und unmittelbar noch keine Ganztagesbetreuung in einer Kindertagesstätte erfolgen kann.

Wie finde ich eine Tagespflegeperson?
Der Verein für Familiäre Tagesbetreuung e.V. hilft im Auftrag der Stadt Aachen bei der Vermittlung von Tagespflegeverhältnissen und bietet Informationsabende an.
Kontakt: www.familiaere-tagesbetreuung-aachen.de

Kann ich mir eine Tagespflegeperson außerhalb Aachens suchen und trotzdem eine Förderung der Kindertagespflege in Aachen beantragen?
Grundsätzlich ist das möglich. Es sollte jedoch im Einzelfall Rücksprache mit dem Fachbereich Kinder, Jugend und Schule gehalten werden.

Wie lange im Voraus sollte ich mich um einen Tagespflegeplatz kümmern?
Sie sollten sich rechtzeitig auf die Suche begeben, um eine Tagespflegeperson zu finden, die zu Ihnen, Ihrem Kind und Ihren individuellen Bedürfnissen passt. Es wird empfohlen, sich ein halbes Jahr vorher an den Verein für Familiäre Tagesbetreuung e.V. zu wenden.

Was muss ich machen, wenn ich eine Tagespflegeperson gefunden habe?
Sowohl  Sie als auch die Tagespflegeperson müssen rechtzeitig einen Antrag beim Fachbereich Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen stellen. Die Antragsunterlagen finden Sie hier.

Bitte beachten Sie, dass der Antrag vor Beginn des Tagespflegeverhältnisses entweder beim Fachbereich Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen oder beim Verein für Familiäre Tagesbetreuung e.V. eingegangen sein muss. Es gilt das Datum des Eingangsstempels der Behörde bzw. des Vereins.

Ich will mit meiner Tagespflegeperson die wöchentlichen Betreuungszeiten vereinbaren. Muss ich etwas beachten?
Die Tagespflege muss grundsätzlich mindestens 15 Stunden und darf maximal 45 Stunden pro Woche umfassen. Eine Betreuung von unter 15 Stunden pro Woche kann nur ergänzend zu einer weiteren Betreuung (z.B. Kita) erfolgen, wenn eine Gesamtbetreuung von 45 Stunden pro Woche nicht überschritten wird.

Wie hoch ist der Elternbeitrag?
Der Elternbeitrag bemisst sich anhand Ihres Jahreseinkommens (brutto) und der vereinbarten monatlichen Betreuungszeit.

Bei Fragen zur Berechnung Ihres Jahreseinkommens wenden Sie sich bitte an den/die zuständige Sachbearbeiterin/zuständigen Sachbearbeiter.

Die monatliche Betreuungszeit errechnet sich wie folgt: wöchentliche Betreuungszeit*4,33 Wochen

Die Höhe Ihres Elternbeitrages können Sie der Satzung der Stadt Aachen über die Erhebung von Elternbeiträgen im Rahmen der Förderung von Kindern in Kindertagespflege im Sinne des Gesetzes zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz - KiBiz) entnehmen.

Was ist, wenn mein Kind krank ist?
Aus gesundheitlichen Gründen und zur Vermeidung von Ansteckungen, bringen Sie Ihr Kind bitte nicht krank zur Tagespflegeperson.

Wenn ihr Kind, weniger als 2 Wochen am Stück erkrankt ist, hat dies keine finanziellen Auswirkungen für die Tagespflegeperson. Sollte Ihr Kind länger als zwei Wochen erkrankt sein, können Sie ein Attest beim Fachbereich Kinder, Jugend und Schule einreichen. In diesem Fall würde die Tagespflegeperson weiterhin die laufenden Geldleistungen bis zu insgesamt acht Wochen pro Erkrankung erhalten. Bei einer Erkrankung von mehr als acht Wochen wenden Sie sich bitte an die zuständigen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter. Hier finden Sie die Kontaktdaten.

Was muss das Attest enthalten?
Es reicht ein ärztliches Attest, auf dem die Dauer der Erkrankung ersichtlich ist. Eine Angabe der Diagnose wird nicht benötigt (analog der Ausfertigung des Attestes für den Arbeitgeber).

Was ist, wenn das Kind aufgrund von Urlaub, Besuch oder aus anderen Gründen (außer Erkrankung) nicht zur Tagespflegeperson geht?
Abwesenheiten des Kindes (außer Erkrankungen) von bis zu vier Wochen pro Kalenderjahr haben keine finanziellen Auswirkungen für die Tagespflegeperson. Bleibt Ihr Kind mehr als vier Wochen/28 Tage im Jahr der Tagespflege fern, führt dies zu Reduzierung der laufenden Geldleistungen der Tagespflegeperson. Es wird daher empfohlen, Abwesenheiten des Kindes mit der Tagespflegeperson abzusprechen.

Ändert sich mein Elternbeitrag, wenn die Tagespflegeperson mein Kind nicht betreut?
Der Elternbeitrag bildet nur einen geringen Anteil der Finanzierung der Kindertagespflege, sodass der Elternbeitrag als Monatsleistung grundsätzlich bestehen bleibt.

Sollte die laufende Geldleistung, die an die Tagespflegeperson ausgezahlt wird, geringer sein als der von Ihnen zu zahlende Elternbeitrag, wird selbstverständlich eine Reduzierung auf die Höhe der laufenden Geldleistung erfolgen.

Wann endet der Anspruch auf Förderung in der Kindertagespflege?
Der Anspruch auf Förderung in der Kindertagespflege endet grundsätzlich mit der Vollendung des dritten Lebensjahres. Ausgenommen sind hiervon Kinder, die nachweislich nicht unmittelbar in einer Kindertagesstätte  betreut werden können. Zudem endet der Anspruch auf Förderung in der Kindertagespflege durch die Stadt Aachen, wenn Sie von Aachen in eine andere Stadt umziehen. Falls Sie planen ins benachbarte Ausland (Belgien, Niederlande) zu ziehen, sprechen Sie uns bitte frühzeitig an.

Wie bekommt die Tagespflegeperson Ihr Geld?
Wenn sowohl Sie als auch Ihre Tagespflegeperson beide die Anträge rechtzeitig gestellt haben und beide Anträge bewilligt wurden, erhält die Tagespflegeperson monatliche laufende Geldleistungen seitens der Stadt Aachen. Diese setzen sich zusammen aus einem Anerkennungsbetrag für die Förderleistung, Kosten für den Sachaufwand sowie Beiträge zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung.

Zudem hat die Tagespflegeperson die Möglichkeit von den Erziehungsberechtigten ein angemessenes Entgelt für Mahlzeiten zu verlangen.

Darf die Tagespflegeperson weitere Zuzahlungen verlangen?
Seit dem 01.08.2014 gilt in Nordrhein-Westfalen gem. § 23 Abs. 1 S. 3 KiBiz ein Zuzahlungsverbot. Demnach sind, soweit die Förderung in Kindertagespflege gemäß § 23 SGB VIII erfolgt, weitere Kostenbeiträge der Eltern an die Tagespflegeperson ausgeschlossen. Lediglich die Zahlung eines angemessenen Entgelts für Mahlzeiten ist gestattet. Weitere Zahlungen, insbesondere als Ausgleich für Ausfallzeiten, zur Garantie von Vertretungen oder Kautionen für den Fall, dass die Betreuung frühzeitig beendet wird, sind gesetzlich nicht erlaubt.

Sollten von Ihnen Zahlungen (außer einem angemessenen Essensgeld) verlangt werden, gehen Sie bitte auf die Forderung der Kindertagespflegeperson nicht ein und verweisen diese an den Fachbereich Kinder Jugend und Schule. Bitte teilen Sie dies auch den zuständigen Sachbearbeiterinnen/Sachbearbeitern mit. Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Muss ich für Änderungen der Betreuungszeit einen neuen Antrag stellen?
Es reicht eine schriftliche Mitteilung von Ihnen und der Tagespflegeperson.