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Familienfreundliche Stadtverwaltung Aachen

Als einer der größten Arbeitgeber der Region will die Stadt Aachen im Aachener Bündnis für Familie, so der damalige Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden, "eine Vorbildfunktion als familienfreundlicher Betrieb wahrnehmen". Auf diesem Weg hat die Stadtverwaltung einen entscheidenden Zwischenschritt absolviert: Anfang Dezember 2006 wurde ihr von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung das Grundzertifikat im Zuge des dreijährigen Audits "berufundfamilie" zuerkannt. Audits sind Untersuchungsverfahren, die prüfen, ob vorgegebene Anforderungen und Richtlinien eingehalten werden.

Das Grundzertifikat wurde im Juni 2007 in Berlin durch Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos öffentlich verliehen.

Kernstück des Audit "berufundfamilie" ist eine acht Handlungsfelder umfassende Zielvereinbarung für die gesamte Stadtverwaltung. Unter Leitung von Stadtdirektor Wolfgang Rombey und Personal- und Organisationsdezernent Heinz Lindgens definierte ein Strategie-Workshop die Themen Arbeitsort, Service für Familien, Personalentwicklung als die drei Tophandlungsfelder der Zielvereinbarung. Weitere fünf Handlungsfelder beinhalten Maßnahmen zu Arbeitszeit, Arbeitsorganisation, Informations- und Kommunikationspolitik, Führungskompetenz, Entgeltbestandteilen und geldwerten Leistungen.

Familienbegriff für die Stadtverwaltung
Darüber hinaus verständigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Strategieworkshops auf den nachfolgenden Familienbegriff für die Aachener Stadtverwaltung: "Wir verstehen Familie generationsübergreifend. So ist mit Familie neben der Kernfamilie auch ein erweiterter Personenkreis gemeint. Familiäre Aufgaben der Betreuung oder Pflege können sich nicht nur auf unmittelbare Angehörige oder den/die Ehepartner/in beziehen, sondern auch auf Partnerinnen und Partner in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, gleich welchen Geschlechts, wie auch nicht leibliche Kinder, die in einer solchen leben."

Konkrete Maßnahmen der Zielvereinbarung
Die Zielvereinbarung umfasst insgesamt 21 Ziele, die durch 59 Maßnahmen erreicht werden sollen.

  • So soll die alternierende Telearbeit (ein Teil der Arbeit wird zu Hause erledigt) ausgebaut werden, damit Beschäftigte mit Kindern oder zu betreuenden Angehörigen Beruf und Familie besser vereinbaren können.
  • Eine betriebliche Kinderbetreuung soll sich besonders um Kinder unter drei Jahren kümmern.
  • Ein "Familien-Service-Büro" soll Beschäftigten der Stadtverwaltung zukünftig zur Seite stehen.
  • In familiären Notsituationen sollen die Beschäftigten verstärkt die Möglichkeit erhaltern, dezentral zu arbeiten. So ist beabsichtigt, einen Laptop-Pool einzurichten, auf den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bedarfsfall zugreifen können.
  • Den Informationsfluss zu ihren Beschäftigten in Elternzeit will die Stadtverwaltung durch ein speziell für diese Zielgruppe einzurichtendes Informationsmedium verbessern.
  • Des Weiteren plant die Stadt Aachen die Einführung eines Familientages für die Familien ihrer Beschäftigten.

Dreijähriges Auditierungsverfahren
Eine Projektgruppe mit Personal- und Organisationsdezernent Heinz Lindgens, dem Gesamtpersonalrat und diversen Fachbereichsleitern soll die Umsetzung der vereinbarten Ziele koordinieren.

Das dreijährige Zertifizierungsverfahren sieht eine jährliche Berichterstattung über den Stand der Umsetzung der vereinbarten Ziele vor. Nach drei Jahren erfolgt dann eine Reauditierung, bei der festgestellt wird, ob und wie die Stadt Aachen die vereinbarten Ziele realisiert hat. Bei erfolgreichem Abschluss wird die Stadt Aachen dann endgültig durch die gemeinnützige Hertie-Stiftung als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet.

Mehr dazu:
www.beruf-und-familie.de