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Vortragsreihe

Veranstaltungsreihe vom 5. Mai bis 15. Mai

Europa, wie weiter? – Vortragsreihe über die Zukunft Europas

Die Einigung Europas ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Zu ihr gehörten stets auch Krisen. Aus ihnen ging das europäische Projekt immer wieder gestärkt hervor. Krisen waren Antrieb und Kraftspender der weiteren Entwicklung.

In der gegenwärtigen, seit 2008 andauernden Finanz- und Staatschuldenkrise ist das anders. Nun steht in den Augen vieler das Projekt selber auf dem Spiel. Die einzelstaatlichen Interessen ergänzen sich nicht mehr, sondern stehen gegeneinander. Dann aber haben wir es nicht mehr nur mit Schwierigkeiten zu tun, die auf den Finanzsektor begrenzt sind. Die Krise betrifft vielmehr das Selbstverständnis und die Fundamente Europas.

Die Initiative Europäische Horizonte griff diese Gesichtspunkte mit einer hochkarätigen Vortragsreihe "Europa, wie weiter?" auf, die vom 5. bis 15. Mai 2014 in Aachen stattfand. Mehr Informationen über die Vorträge erhalten Sie über die Internetlinks in der folgenden Zusammenfassung.

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Collage

Den Startschuss für die Vortragsreihe gab Prof. Maurizio Bach, der unter dem Titel 'Das Projekt Europa in der Krise' die aktuelle Situation der Europäischen Union aus der soziologischen Perspektive beleuchtete. Europa könne als ausschließlich technokratisches Projekt nicht weiterbestehen, so Bach.
http://www.europedirect-aachen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1713:prof-dr-bach-eroeffnet-vortragsreihe&catid=94&Itemid=343

Prof. Andreas Wirsching, Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität in München und Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin sprach über die Antriebskräfte der europäischen Integration. Sein Fazit: Die Geschichte der Europäischen Union sei eine Geschichte der Bewältigung von Krisen.
http://www.europedirect-aachen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1716:prof-wirsching-was-europa-bewegt&catid=94&Itemid=343

Anschließend war der Osteuropa-Experte Prof. Wolfgang Eichwede zu Gast im Super C. Er wusste seinen Vortrag zum Thema 'Europa gewinnt ein neues Gesicht. Was kann sein Osten vom Westen, sein Westen vom Osten lernen?' durch persönliche Berichte aufzulockern. Die aktuelle Situation in der Ukraine bewertete er als möglichen Gegenpol zum Jahr 1989.
http://www.europedirect-aachen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1722:prof-eichwede-berichte-aus-dem-osten&catid=94&Itemid=343

Die erste Vortragswoche beendete Prof. Claus Offe mit seinen Ausführungen zum Thema 'Europa in der Euro-Falle? Verlegte Rückwege, ungewisse Auswege'. Der Professor für politische Soziologie der Hertie School of Governance in Berlin und ehemalige Assistent des weltweit bekannten Sozialphilosophen Jürgen Habermas glaubt, dass der Fehler der Einführung des Euro nicht einfach rückgängig gemacht werden könne, denn der daraus resultierende Produktions- und Beschäftigungsrückgang würde die Situation zusätzlich verschlimmern.
http://www.europedirect-aachen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1728:prof-offe-die-euro-falle&catid=94&Itemid=343

Im ersten Vortrag der zweiten Woche sprach Prof. Georg Vobruba über die 'Gesellschaftsbildung in der Eurokrise'. Er glaubt daran, dass die aktuelle Krise in Europa zu einer Vertiefung der Integration führen wird. Er sieht in ihr sogar das Potential gesellschaftsbildend zu wirken.
http://www.europedirect-aachen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1732:prof-vobruba-gesellschaftsbildung-in-der-eurokrise&catid=94&Itemid=343

Prof. Frank Nullmeier behandelte die Frage der sozialen Gerechtigkeit in Europa. Da er nicht von einer natürlichen Angleichung der sozialen Ungerechtigkeit ausgeht, schlägt er ein "Europa der zwei Geschwindigkeiten" vor.
http://www.europedirect-aachen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1737:prof-nullmeier-soziale-gerechtigkeit-in-europa&catid=94&Itemid=343

Der folgende Vortrag wurde von Dr. Stephan Koppelberg, Leiter der Bonner Regionalvertretung der Europäischen Kommission, moderiert. Referent war Prof. Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik in Bonn. Er war im Vortrag über Europas Rolle in der Welt der Meinung, dass sowohl Deutschland als auch die EU mit ihrem Engagement auf globaler Ebene weit unter ihren Möglichkeiten blieben. Dies müsse sich ändern, besonders angesichts der aktuellen globalen Herausforderungen; die Verschiebung der Kräfteverhältnisse in der Weltwirtschaft und die des Erdsystemwandels.
http://www.europedirect-aachen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1740:prof-messner-europas-rolle-in-der-welt&catid=94&Itemid=343

Abgeschlossen wurde die Vortragsreihe 'Europa, wie weiter?' von Prof. Werner Plumpe, der Europas Krise aus einer wirtschaftshistorischen Perspektive beleuchtete. Er hält die Einführung des Euro auch für einen Fehler, glaubt aber, im Gegensatz zu Prof. Offe, dass die Währungsunion durchaus zusammenbrechen kann. Nichtsdestotrotz habe die Geschichte gezeigt, dass es keine Alternative zur Kooperation gäbe.
http://www.europedirect-aachen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1741:prof-plumpe-die-krise-aus-wirtschaftshistorischer-sicht&catid=94&Itemid=343

Bei den Veranstaltungen spielte aber nicht nur der Vortrag selbst, sondern auch die anschließende Diskussionsrunde mit dem Referenten eine große Rolle. Die verschiedenen Vorträge fanden unter den Europa-Interessierten kurz vor den Europawahlen großen Anklang. Zwischen 60 und 90 Gästen folgten nicht nur jeden Abend den Thesen und Ausführungen der Referenten, sondern hinterfragten diese teils kritisch. So entstanden, neben den spannenden Themen, auch spannende Diskussionen über die Zukunft Europas.

Ergänzt wurde die Vortragsreihe durch Plakate der Ausstellung 'Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme', die vom Münchner Institut für Zeitgeschichte, Deutschlandradio Kultur und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur entwickelt wurde.
http://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/ausstellung2014-4353.html

Schuhe auf Asphalt und ein Pfeil aus Kreide