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Der Norden

Stephan Michael Schröder und Bernd Henningsen im Gespräch über ‚den Norden’, Foto: André SchneiderDie vierteilige Reihe zum Thema „Himmelsrichtungen: Koordinaten einer mentalen Geographie“ beleuchtet die Geschichte der vier Himmelsrichtungen und nimmt die kulturellen, sozialen, politischen und geographisch-räumlichen Kontextbedingungen in den Blick, denen die Entstehung und Verstetigung dieses Paradigmas zu verdanken sind.

Die zweite Veranstaltung der Reihe beschäftigte sich am 26.04.2012 mit dem Norden. Als Gesprächspartner wurden zwei Experten eingeladen, die sich besonders mit dieser Thematik auskennen:

Bernd Henningsen, Professor für Skandinavistik / Kulturwissenschaft sowie Kultur und Politik Nordeuropas und der Ostseeregion am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit „dem Norden“, der über alle nationalen, geographischen und natürlichen Unterschiede über Jahrhunderte hinweg als Einheit betrachtet wurde. Für die meisten Menschen liegt der Norden weit weg – schon ewig hatte man ein festgefügtes Bild von ihm, obwohl er in unerreichbarer Ferne lag.

Gesprächspartner im Ludwig Forum war Stephan Michael Schröder, Professor für Skandinavistik am Institut für Skandinavistik / Fennistik an der Universität zu Köln.

Stephan Michael Schröder und Bernd Henningsen im Ludwig Forum Aachen, Foto: André SchneiderNach der Einführung von Prof. Dr. Emanuel Richter vom IPW versuchten beide gleich zu Beginn durch mehrere Gedichte und Zitate den Begriff "Norden" in den Kontext einzuordnen. Hierbei stellten sie fest, dass der Norden seit jeher eine bedeutende Rolle in der Natur und für die Menschen spielte und schon durch den Begriff allein bestimmte Assoziationen hervorgerufen werden. Dabei sei allerdings herauszustellen, dass in der Vergangenheit der Norden oft mit negativen Konnotationen verbunden wurde, woran nicht zuletzt die Wikinger einen erheblichen Anteil gehabt hätten. Mit der Zeit der Aufklärung wandelte sich dieses Bild und es entwickelte sich bis in die heutige Zeit hinein eine zumeist positive Verknüpfung mit dem Begriff.

Heutzutage, so stellte Schröder fest, werde die Auseinandersetzung mit dem Norden vor allem durch zwei Diskurse ausgedrückt: Die unberührte Natur auf der einen und das forschrittliche soziale System auf der anderen Seite. Ein Grund hierfür könnte sein, dass in der Vergangengheit die skandinavische Region keine Region der großen Krisen war und sich hierdurch dieses eher positive Bild herauskristallisieren konnte. Die Fragen aus dem Publikum am Ende der Veranstaltung deuteten darauf hin, dass das Gespräch noch Stunden hätte weitergehen können.

Die nächste Veranstaltung unter dem Titel ‚Der Osten’ wird mit Manfred Sapper und Katharina Raabe am Donnerstag 25. Oktober 2012 von 18.30 bis 20 Uhr im Ludwig Forum stattfinden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung ist wie immer kostenfrei.