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100.000 Blumen für den Aachener Frühling

Stefmütterchen und Primeln warten auf den Frühling

Einige grüne Blättchen – mehr ist von den Stiefmütterchen bislang noch nicht zu sehen. In Paletten herangezogen stehen sie unter anderem in einem Folientunnel auf dem Gelände an der Krefelder Straße. Um die 100.000 sind es, sagt Hans-Jürgen Brück, Vorarbeiter der Stadtgärtnerei. Genauer wird man es wissen, wenn Melusina Faber fertig ist. Denn die Auszubildende zur Gärtnerin im Blumen- und Zierpflanzenbau ist gerade dabei, durchzuzählen. „Wir müssen wissen, wie viele Blumen wir später an Reserve haben“, erklärt Brück. Und so geht Melusina Faber gerade konzentriert durch den Folientunnel und zählt die Stiefmütterchen.

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Tausende Blumen für die Stadt: Hans-Jürgen Brück, Vorarbeiter der Stadtgärtnerei, und die weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtgärtnerei sorgen dafür, dass der Frühling in Aachen einziehen kann. Foto: Stadt Aachen/Elisa Bresser

Während die kühlen Außentemperaturen nicht unbedingt an Frühlingsblumen denken lassen, bereiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Stadtgärtnerei seit Wochen die Frühjahrsbepflanzung vor. Neben den Stiefmütterchen wachsen derzeit noch Primeln, Vergissmeinnicht und Tausendschön in den Gewächshäusern heran. Und die benötigen entsprechende Pflege. Temperiert sind sie bei drei bis fünf Grad, „sodass sie zwar wachsen, aber nicht zu schnell, damit sie nicht beginnen zu blühen“, erläutert Brück. Die Temperatur wird erst dann angehoben, wenn absehbar ist, dass die Pflanzen in die Beete sollen und sie bis dahin nicht groß genug sein sollten.

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Gut geschützt: Im Gewächshaus wachsen derzeit bei drei bis fünf Grad die Primeln heran. Foto: Stadt Aachen/Elisa Bresser

Pflanzzeit im März
Momentan gehen Hans-Jürgen Brück und Paul Gronen, Leiter der Stadtgärtnerei, davon aus, dass die Blumen Anfang März die Gärtnerei verlassen. „Bisher hatten wir noch keinen richtigen Winter. Wir vermuten, dass der es um Karneval herum Frost gibt“, sagt Gronen. Und der soll natürlich abgewartet werden, bevor tausende Blumen den Frühling in die Stadt bringen. 

Dann werden mit diesen Pflanzen rund 50 Beetflächen unterschiedlicher Größe, verteilt über die gesamte Stadt, bestückt. Hinzu kommen rund 25.000 Blumenzwiebeln, die bereits im Herbst von den Regiekolonnen des Aachener Stadtbetriebes in den Parks eingesetzt wurden. „Die Rückmeldungen, die wir von den Bürgerinnen und Bürgern erhalten, sind durchweg positiv“, freut sich Hans-Jürgen Brück darüber, dass seine Arbeit und die der zahlreichen Kolleginnen und Kollegen so viel Anklang findet. „Auch wenn der Geschmack natürlich auseinandergeht. Manche mögen lieber pastellige Töne, andere finden kräftige Farben schön. Der Eine mag es bunt, der Andere einfarbig“, zählt er auf. Entsprechend unterschiedlich sind in jedem Jahr die Gestaltungen der Beetflächen und damit die Bestellungen der Pflanzen seitens der Bezirkskolonnen.

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Noch in Styroporkisten: Aus diesen Samen entwickeln sich in den nächsten Wochen 25.000 Knollenbegonien für die Sommerbepflanzung. Foto: Stadt Aachen/Elisa Bresser

Knollenbegonien für den Sommer
Während der Frühlingsfloor also heranwächst, blicken die Gärtnerinnen und Gärtner mit einem Auge dennoch bereits auf die Sommerbepflanzung. „Wir haben heute Morgen Knollenbegonien ausgesät“, erzählt Brück. Mit einem Wink geht er in ein weiteres Gewächshaus, wohl temperiert auf 23 Grad, und zeigt auf einige Styroporkisten. Darin Erde, bedeckt mit kleinen gelblichen Samen. Daraus entwickeln sich in den kommenden Monaten etwa 25.000 Blumen. Die werden noch umgetopft, bevor sie in den Gewächshäusern langsam heranwachsen. Später können sie dann unter anderem an der Monheimsallee bewundert werden. 

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Konzentration ist gefragt: Melusina Faber, Auszubildende zur Gärtnerin im Blumen- und Zierpflanzenbau, zählt die Blumen im Folientunnel. Foto: Stadt Aachen/Elisa Bresser

Sonne für das Wachstum
Doch vorerst haben die Frühjahrsblüher Priorität. „Es wäre schön, wenn wir noch ein paar Sonnentage bekommen würden“, sagt Hans-Jürgen Brück und blickt zum Himmel, an dem gerade viele Wolken vorüberziehen. „Das wäre gut für das Wachstum der Pflanzen und es schlägt sich natürlich auch in der Qualität nieder.“ Melusina Faber ist derweil fertig mit Zählen. 103.000 Pflanzen sind es, die in wenigen Wochen die Stadt Aachen in ein Blumenmeer verwandeln.