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Zeitleiste



 

Vorzeit

Steinzeitlicher Feuersteinabbau auf dem Lousberg (etwa 3000-2500 v. Chr.) und bronzezeitliche Hügelgräber im Aachener Wald zeugen von einer Besiedlung des Aachener Raumes zu einem frühen Zeitpunkt.
Bis zum 1. Jahrhundert siedeln die Kelten in Aachen, wie zahlreiche Orts- und Flurnamen belegen. Die Römer machen Aachen mit Thermen- Straßen- und Tempelbauten zu einem Militärbad; auch Burtscheid war bereits im 1. Jahrhundert römischer Badeort.
Fränkische Gräber aus der Mitte des 7. Jahrhunderts bezeugen eine Besiedlung des Aachener Ortskerns.

765

Erste bekannte schriftliche Erwähnung Aachens als "Aquis villa" durch König Pippin

768

König Karl verbringt Weihnachten auf seinem Hofgut in Aachen - etwa 20 Jahre später beginnt der Bau des Palastes und der Pfalzkapelle (dem heutigen Dom).

800

Kaiserkrönung Karls in Rom

802

Harun al Raschid schenkt Karl dem Großen einen weißen Elefanten.

805

Weihe der Pfalzkapelle

814

Tod Karls des Großen und Beisetzung in der Pfalzkapelle

881

Einfall der Normannen in Aachen und Umgebung

936

Erste deutsche Königskrönung in Aachen: Otto I. wird zum König gesalbt und gekrönt. Von nun an bleibt Aachen fast 600 Jahre Krönungsort der deutschen Könige.

1002

Beisetzung Kaiser Ottos III. im Dom

1165/1166

Heiligsprechung Karls des Großen. Friedrich I. bestätigt die Freiheitsrechte Aachens, das er als Haupt und Sitz des Reiches bezeichnet. Die Stadt erhält Markt- und Münzrecht.

1171

Beginn des Baus der ersten Stadtmauer, der sog. Barbarossamauer

1248

Die Stadt fällt nach sechsmonatiger Belagerung an Wilhelm von Holland, der hier zum König gekrönt wird und den Bürgern die alten Freiheiten bestätigt.

13./14. Jh.

Anlage der äußeren Stadtbefestigung mit 4 Haupttoren, von denen Marschier- und Ponttor noch erhalten sind

1258

Erste Erwähnung einer Arbeitsstätte der Tuchwalker, die jahrhundertelang einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellen

1267

Das sog. Grashaus wird Aachens erstes Rathaus.

1312

Erste urkundlich beglaubigte Aachener Heiligtumsfahrt, die seitdem meist im 7-Jahres-Turnus Pilgerscharen nach Aachen führt

1330-1346

Umbau der Aachener Pfalz zum Rathaus

1414

Weihung der gotischen Chorhalle des Doms

1419-1453

Anlage des sog. Landgrabens zum Schutz des Aachener Reiches

1450

Durch den Aachener Gaffelbrief werden die wirtschaftlich erstarkten Handwerker am Stadtrat beteiligt.

1531

Letzte Königskrönung (Ferdinand I.) in Aachen

1607

Eine Zählung ergibt 14.171 Einwohner, darunter 2.829 Bürger.

1620

Die erste gedruckte Aachener Geschichte erscheint, Peter à Beeks "Aquisgranum".

1656

Großer Stadtbrand. In 20 Stunden verbrennen nach amtlicher Zählung 4664 Häuser.

1668

Aachener Friede zur Beendigung des Revolutionskrieges zwischen Spanien und Frankreich

1680

Erstes Kaiserliches Postamt von Thurn und Taxis in Aachen

1748

Friedenskongress zur Beendigung des Österreichischen Erbfolgekrieges; gleichzeitig Erfindung der Stahlfeder durch Bürgermeisterdiener Janssen

1774

Gründung der Aachener Freimaurerloge

1792/1793

Erste Besetzung Aachens durch französische Revolutionstruppen

1794

Zweite Besetzung Aachens durch die Franzosen. Verschleppung zahlreicher Kulturgüter nach Paris

1798-1814

Die Stadt wird Verwaltungssitz des Roerdepartements. Ab 1801 ist sie definitiv Teil von Frankreich.

1802

Errichtung des ersten Bistums Aachen

1815

Durch den Wiener Kongress fällt Aachen an Preußen und wird Sitz der Regierung Aachen.

1818

Auf dem "Monarchenkongress" bekräftigen u.a. Friedrich Wilhelm III. von Preußen, Kaiser Franz I. von Österreich und Zar Alexander I. von Russland ihre Bündnisse. Zahlreiche weitere Fürsten, Minister, Generäle, Bankiers und Musiker sind in Aachen.

1822

Grundsteinlegung zu Elisenbrunnen und Stadttheater

1825

Eröffnung des Theaters

1827

Einweihung des Städtischen Parks Elisenbrunnen

1830

Die Einführung der Dampfkraft in der Tuchindustrie, die fortschreitende Mechanisierung und die damit verbundene Arbeitslosigkeit sowie Frauen- und Kinderarbeit bei Niedrigstlöhnen verursachen einen Aufruhr in der Aachener Arbeiterschaft, der von bewaffneten Bürgern, Gendarmen und wenigen Soldaten blutig niedergeschlagen wird.

1831

Eröffnung der Stadtbibliothek

1838

Einführung der Gasbeleuchtung auf den Straßen

1841

Feierliche Eröffnung der Eisenbahn nach Köln

1852

Anlage des neuen jüdischen Friedhofs an der Lütticher Straße

1862

Einweihung der neuen Synagoge an der Promenadenstraße

1865

Grundsteinlegung zur "Königlich Rheinisch-Westfälischen Polytechnischen Schule zu Aachen", der heutigen Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH), durch Wilhelm I.

1876

Errichtung der Kaiserl. Oberpostdirektion Aachen

1883

Brand des Rathauses. Dach und beide Barocktürme gehen verloren.

1897

Durch die Eingemeindung Burtscheids steigt die Einwohnerzahl auf 126.407.

1906

Eingemeindung der Gemeinde Forst nach Aachen. Die Bevölkerungszahl wächst dadurch von 144.048 auf 151.922 Einwohner.

1914-1918

Auswirkungen des 1. Weltkrieges sind auch in Aachen deutlich spürbar.

1918-1929

Als Folge des ersten Weltkrieges fällt das westliche Aachener Hinterland mitsamt dem Kreis Eupen an Belgien; die Stadt steht 11 Jahre unter belgischer Besatzung.

1925

Jahrtausend-Ausstellung im Rathaus mit rund 150.000 Besuchern. Erstes Reit-, Spring- und Fahrturnier (CHIO)

1930/1931

Errichtung des zweiten Bistums Aachen

1933-1938

Die Veränderungen durch den Nationalsozialismus greifen auch in Aachen. Die leitenden städtischen und staatlichen Beamten werden durch NSDAP-Mitglieder ersetzt.

1937

Die Heiligtumsfahrt wird mit 800.000 Teilnehmern zum "stummen Protest" gegen den NS-Zeitgeist.

1939-1944

Als Stadt an der äußersten Westgrenze erlebt Aachen den Krieg besonders heftig. Im Juli 1941 erfolgt der erste Großangriff auf die Stadt. Unzählige Bomben in den häufigen Luftangriffen und vier weiteren Großangriffen 1943/1944 zerstören große Teile der Stadt und etwa 65% aller Wohnungen. Am 11./12. September 1944 werden große Teile der Bevölkerung zwangsevakuiert. Am 21. Oktober 1944 wird die Stadt nach fast sechs Wochen der Umkämpfung durch die Amerikaner befreit.

1945

Die wichtigsten Einrichtungen werden wieder hergestellt, aber an einen großflächigen Wiederaufbau ist noch nicht zu denken. An die Stelle der Amerikaner tritt britische Besatzung, die 1946 von den Belgiern abgelöst wird. Nach der Rückkehr der Zwangsevakuierten hat die Stadt bald wieder rund 100.000 Einwohner.

1946

Erste freie Wahl der Stadtvertretung

1950

Im Kaisersaal des Rathauses wird erstmals der "Internationale Karlspreis der Stadt Aachen" verliehen. Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi erhält ihn als Gründer der Paneuropa-Bewegung.

1952

Erster Fernsehempfang in Aachen

1958

Aachen hat 162.866 Einwohner und damit die bei der Volkszählung 1939 ermittelte Wohnbevölkerung wieder erreicht und überschritten.

1972

Eingemeindung von Brand, Eilendorf, Haaren, Kornelimünster-Walheim, Laurensberg und Richterich; die Einwohnerzahl wächst dadurch auf 237.108 Personen.

1973

Das neue Klinikum, jahrelang "Europas größte Baustelle", feiert Richtfest.

1974

Erste gemeinsame Aktivitäten der Provinzen Limburg, Lüttich und des Regierungsbezirks Köln zur Gründung der Euregio Maas-Rhein

1985

Ministerpräsident Johannes Rau übergibt das Klinikum offiziell an die RWTH Aachen.

1987

Aachen zählt 249.000 Einwohner. An der RWTH sind 36.183 Studentinnen und Studenten immatrikuliert.

1991

Eröffnung des Ludwig Forum für Internationale Kunst.
Erster Aachener Kultursommer

1995

Aachens neue Synagoge wird mit einem Festgottesdienst und unter Beteiligung zahlreicher Ehrengäste aus dem In- und Ausland eingeweiht.

1998

Im Herbst erfolgt der erste Spatenstich im grenzüberschreitenden Gewerbegebiet "Avantis" zwischen Aachen und Heerlen (NL).

2000

Bill Clinton, Präsident der Vereinigten Staaten, erhält den Internationalen Karlspreis 2000. 1200 Jahre Dom zu Aachen - 1200 Jahre Kaiser Karl der Große. Aachen als Modellregion für Europa auf der Expo 2000 in Hannover

2001

Eröffnung der Carolus Thermen

2002

Die neue europäische Währung, der Euro, erhält den Internationalen Karlspreis 2002. Aachen verfügt über Europas modernstes Funksystem, den digitalen Behördenfunk Tetra 25.

2003

Großausstellung "Ex oriente - Isaak und der weiße Elefant" zu Geschichte und Gegenwart christlicher, jüdischer und muslimischer Kulturen um 800 und zu Beginn des 3. Jts.
Bevölkerungszahl von Aachen erstmals über 250.000

2004

Papst Johannes Paul II. erhält den Außerordentlichen Karlspreis zu Aachen.
Konstituierende Sitzung der Zweckverbandsversammlung der StädteRegion Aachen

2006

Bürgerentscheid gegen den Bau eines Europäischen Bürger- und Informationszentrums ("Bauhaus Europa") am Katschhof zwischen Dom und Rathaus
FEI World Equestrian Games Aachen 2006 (Weltreiterspiele) ziehen mehr als 500.000 Besucher aus aller Welt nach Aachen.

2007 Aachener Heiligtumsfahrt
Offizielle Aufnahme der "Route Charlemagne" in die Reihe der EuRegionale-Projekte
In der zweiten Runde der Exzellenzinitiative wird die RWTH Aachen so genannte "Elite-Universität"
2008 Erstmalige Verleihung des "Europäischen Karlspreises für die Jugend"
Verleihung des Karlspreises an die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Angela Merkel
Offizielle Eröffnung des "Super C" der RWTH Aachen
2009 Weichenstellung für den RWTH Campus am Westbahnhof
Bei Ausgrabungen im Elisengarten sichern Archäologen rund 40 000 Fundstücke
Die Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen" erhält den Europäischen Medienpreis "Médaille Charlemagne pour les Médias Européens"
"Internationale Chorbiennale Aachen" findet erstmals statt
Eröffnung des neuen Tivoli-Stadions
Start der "StädteRegion Aachen"
2010 1. Spatenstich für den Hochschulcampus Melaten
Aachener Universitätsklinikum wird 25 Jahre alt
Erste Einzelausstellung von Werken des Malers Hans von Aachen im Suermondt-Ludwig-Museum
Prof. Dr. h. c. mult. Irene Ludwig, Kunstsammlerin und Ehrenbürgerin der Stadt Aachen, stirbt im Alter von 83 Jahren