Bürgersolaranlage erzeugt Strom auf dem Dach der Grundschule in Richterich
Die Stadt Aachen unterstützt schon seit Jahren mit dem Projekt „Sonne für Aachener Gebäude“ den Ausbau der erneuerbaren Energie - Photovoltaik. Seit Start des Projektes im Jahr 1996 wurden dabei Aachener Bürgern städtische Dachflächen zur Verfügung gestellt, um Solaranlagen zu errichten. Auf den Aachener Schulen und anderen städtischen Gebäuden entstanden inzwischen 44 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 1.120 kWp.
Jetzt ist eine weitere hinzugekommen – eine Bürgersolaranlage auf dem Dach der Gemeinschaftsgrundschule Grünenthaler Straße in Richterich. Mit 128 Solarmodulen ist sie in der Lage, 26.112 Kilowattstunden im Jahr zu erzeugen – genug Strom, um etwa fünf bis sieben vierköpfige Familien mit Elektrizität zu versorgen. 16 Bürger aus dem Bezirk Richterich haben sich zusammen geschlossen und eine Gesellschaft gegründet, die diese Anlage betreibt.
Die Idee entstand in der Bezirksvertretung Richterich. „Das Neubaugebiet Richtericher Dell soll zur klimaneutralen Modellsiedlung werden. Wir haben uns gedacht, dass man auch an einem alten Ort wie dieser Schule schon jetzt eine ähnliche Initiative starten könne“, erklärte Bezirksbürgermeisterin Marlis Köhne heute auf einer Pressekonferenz.
Anfang 2010 hatte sich eine interfraktionelle Arbeitsgruppe gebildet, die im Rahmen des Projektes „Sonne auf Aachener Gebäuden“ an der Umsetzung einer Bürgersolaranlage Richterich arbeitete.
Vor dem Aufbau der Anlage waren einige Schwierigkeiten zu überwinden, da es sich nicht um ein klassisches „Pfannendach“ sondern um ein gebogenes Dach aus Blech handelt, erläuterte Dr. Otto-Wilhelm Kuhrt–Lassay, ehrenamtlicher Leiter der Betreibergesellschaft. „Wir wollten global denken und lokal handeln“, so Kuhrt-Lassay weiter. Die Anlage produziert inzwischen emissionsfrei Strom, dank einer „guten Solarernte“ im August und September sind bislang über 7.000 Kilowattstunden ins Netz eingespeist worden.
Dass dies auch einen pädagogischen Wert habe, erklärt Jörg Funk, stellvertretender Schulleiter der Grundschule in der Grünenthaler Straße: „Es ist Thema im Unterricht.“
Unterstützt wurde die Richtericher Initiative vom Gebäudemanagement der Stadt Aachen, das eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchgeführt hatte. Ulrike Leidinger aus der Abteilung Energiemanagement wies auf das Solardachkataster hin, das im September unter www.aachen.de/solarkataster ans Netz ging. Jeder Hauseigentümer kann dort auf einen Blick erkennen, ob sein Dach ebenfalls für die Errichtung einer Solaranlage geeignet ist.
Die Technik der PV-Anlage auf der Grundschule Richterich
Unter Photovoltaik versteht man die direkte Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie mit Hilfe von Solarzellen. Dieser photoelektrische Effekt wurde bereits im Jahre 1839 entdeckt. Nach vielen weiteren Versuchen und Entwicklungen gelang es dann 1954 die ersten Siliziumzellen, mit Wirkungsgraden von über 4 Prozent herzustellen. Heute ist man technisch wesentlich weiter. Eine wirtschaftliche Stromerzeugung wird durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz sichergestellt. Der Vorläufer davon stammt übrigens aus Aachen.
Die Anlage in Richterich hat eine Nennleistung von 30,72 kWp. Als Nennleistung bezeichnet man die Strommenge, die unter normierten Prüfbedingungen gemessen wurde. Die Anlage wird bei 26.112 Kilowattstunden einen Netto-Ertrag von rund 7.500 Euro im Jahr erwirtschaften.
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Herausgegeben am 12.10.2011